Was haben deutscher Bundestag und christlicher Glaube miteinander zu tun? Für viele Menschen aus der Region ist Berlin ganz weit weg. „Wir wollen für diejenigen beten, die im Land eine hohe Stellung haben“, sagte Pfarrer Hannes Neubauer zum Auftakt der Allianzgebetswoche am Dienstagabend. Die evangelische Freikirche in Crailsheim war mit 100 Personen gut gefüllt, der Gesang entsprechend intensiv.

Aufgabe der evangelischen Allianz ist es, Menschen trotz unterschiedlicher Prägungen und Gemeindezugehörigkeiten zum Gebet zu sammeln und Gottes Wort zu hören. Gastredner war Uwe Heimowski. Der 53-jährige gebürtige Niedersachse ist Pastor und Beauftragter der deutschen evangelischen Allianz (DEA) am Deutschen Bundestag.

Bei der 1846 gegründeten DEA handelt es sich um einen Bund von Christen und um eine der ältesten Einheitsbewegungen der Christenheit. Dazu gehören in Deutschland circa 1,4 Millionen Menschen. „Innerhalb dieser Bewegung gibt es in politischen Einzelfragen Auseinandersetzungen und Konflikte. Trotzdem gibt es politische Grundüberzeugungen, die mit ihrem Glaubensverständnis verbunden sind“, erklärte der fünffache Familienvater, der seit 2016 in diesem Amt arbeitet.

„Lobbyarbeit“ hört er nicht gern

„Wir laden Abgeordnete in unser Berliner Büro mit Blick auf das Stelenfeld ein. Auch daran sieht man: Gott hat in unsere Geschichte eingewirkt.“ Neudeutsch könnte man Heimowkis Tätigkeit als „Lobbyarbeit“ bezeichnen. Er hört diesen Begriff allerdings nicht gern. In einer Demokratie sei die Bibel der Kompass und Jesus Christus der Nordpol.

Seine Ansprache stand unter dem Thema „Suchet der Stadt Bestes – Christsein in Staat und Gesellschaft und warum es wichtig ist, für Politiker zu beten.“ Heimowski arbeitete drei Hauptargumente heraus: Zum Suchen gehöre, dass man gemeinsam auf dem Weg ist. Es sei wichtig, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu handeln. Und als Drittes: Gott bestürmen und gemeinsam beten. Selbstmitleid aufgrund der aktuellen Situation sei nicht notwendig. „Leute, es war schon viel schlimmer auf der Erde als heute“, sagte er.

Heimowski hat in den vergangenen Jahren viele Politiker auf Auslandsreisen begleitet, daher kennt er die Herausforderungen: „Sie haben einen schwierigen Job. Daher sollten viele Menschen für sie beten. Die Politiker sollten sich nicht um Verantwortung drücken.“ Dabei hatte er die SPD im Blick: „Es geht doch nicht, dass man bereits am Wahlabend verkündet, dass man als möglicher Regierungspartner nicht zur Verfügung steht.“ Nun sei es wichtig, dass es „so schnell wie möglich eine Bundesregierung gibt. Und Neuwahlen brauchen wir wirklich nicht!“ Heimowskis wichtigste Ziele: Bekämpfung von Menschenhandel und Stopp der Christenverfolgung.

Info Die Allianzgebetswoche wird bis einschließlich Sonntag mit mindestens zwei Veranstaltungen pro Abend in der Region Blaufelden sowie in der Stadt Crailsheim fortgesetzt – www.ead.de.