Zukunft Gemeinderäte aus dem Magischen Dreieck beschäftigen sich mit Energiewende

Das sind laut Vorstand Frank Hose die fünf Bausteine, die für eine erfolgreiche Energiewende unerlässlich sind. Grundlage und damit ganz besonders wichtig sind laut Hose intelligente Netz- und Kommunikationssysteme. Grafik: EnBW/ODR
Das sind laut Vorstand Frank Hose die fünf Bausteine, die für eine erfolgreiche Energiewende unerlässlich sind. Grundlage und damit ganz besonders wichtig sind laut Hose intelligente Netz- und Kommunikationssysteme. Grafik: EnBW/ODR
Dinkelsbühl / ANDREAS HARTHAN 27.09.2012
Dass die Energiewende viel Energie kostet, betonte Frank Hose, Vorstand des Energieversorgers EnBW ODR bei der gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte aus Crailsheim, Ellwangen und Dinkelsbühl.

Frank Hose ist schon seit 30 Jahren im Energiegeschäft, ist also ein alter Hase. Er leitet das Unternehmen EnBW Ostwürttemberg DonauRies (ODR). Die Tochtergesellschaft des Energieriesen EnBW versorgt Kommunen in Ostwürttemberg und Bayern, aber auch im Altkreis Crailsheim mit Strom, ist also ein regionaler Versorger mit Gewicht.

Hose hat schon manche Umbrüche in der Branche erlebt, doch das, was nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima in Deutschland unter dem Stichwort Energiewende auf den Weg gebracht wurde, stellt alle bisherigen Veränderungen in den Schatten. "Jetzt gehts erst richtig los," so begann er seinen Vortrag zur Energiewende vor den Stadträten aus Crailsheim, Ellwangen und Dinkelsbühl. Die Kommunalparlamente der drei großen Städte aus dem Magischen Dreieck treffen sich einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Sitzung, in diesem Jahr kam man in Dinkelsbühl zusammen. Das Treffen war vom Thema Energie beherrscht, weil auch die drei Oberbürgermeister darüber sprachen.

Den nachhaltigsten Eindruck hinterließen jedoch die Ausführungen von Hose. Er sprach von "gewaltigen Herausforderungen", die auf Energieversorger, Politiker und Verbraucher zukommen. Die Energiewende kann seiner Meinung nach gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen - und akzeptiert wird, dass es nicht nur darum geht, grüne Energie zu erzeugen und zu transportieren, sondern sie auch effizient zu organisieren. Dazu bedarf es laut Hose intelligenter Netz- und Kommunikationssysteme. Diese Erkenntnis sei bedauerlicherweise aber noch nicht sehr verbreitet und deshalb sieht er die Gefahr, dass jetzt im Übereifer "überdimensionale Transportnetze" gebaut werden.

Wobei natürlich auch Hose weiß, dass die bestehenden Netze leistungsfähiger werden müssen, weil sie in beide Richtungen zu funktionieren haben. Warum? Weil sie Strom vom Verbraucher, der immer öfters auch Produzent ist, ins Netz befördern müssen. "Wir bauen wie die Weltmeister", hob Hose hervor und kündigte im HT-Gespräch an, dass in den nächsten Jahren wohl im Raum Rot am See für mehrere Millionen Euro ein Umspannwerk gebaut wird. Es soll dabei helfen, den Strom, der aus immer mehr Fotovoltaikanlagen und Windrädern ins Netz eingespeist wird, zu verwerten.

Und was machen die drei großen Städte im Magischen Dreieck? Die, so ist der Eindruck nach den Kurzvorträgen der Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer (Dinkelsbühl), Rudolf Michl (Crailsheim) und Karl Hilsenbek (Ellwangen) kümmern sich auch um den Ausbau regenerativer Energiequellen, wobei Ellwangen die Nase vorn haben dürfte, denn dort hat die Stadt nicht nur eine Energiegenossenschaft für ihre Bürgerinnen und Bürger organisiert, sondern hilft jetzt auch mit, einen Bürgerwindpark auf den Weg zu bringen. Ziel sei es, so Hilsenbek, den Bedarf der Stadt Ellwangen zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen zu decken.