Rengershausen/Ellwangen Gegen Kopf getreten: Absicht nicht nachgewiesen

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Rengershausen/Ellwangen / JOACHIM W. ILG 12.03.2015
Ein Fußballspieler war wegen eines Fußtritts gegen den Kopf eines Gegenspielers zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Der Angeklagte legte mit Erfolg Berufung ein. Die Bewährungsstrafe ist vom Tisch.

Das Verfahren um einen Tritt gegen den Kopf eines Gegenspielers bei der Begegnung zwischen dem SV Rengershausen und dem SV Sindelbachtal in der Fußball-Kreisliga B4 Ende März letzten Jahres wurde jetzt vor dem Landgericht Ellwangen vorläufig eingestellt.

Die Berufungskammer unter dem Vorsitz von Richter Jochen Fleischer beschloss, dem wegen gefährlicher Körperverletzung beschuldigten Spieler des SV Rengershausen eine Zahlung von 2000 Euro an den Geschädigten zur Schadenswiedergutmachung aufzuerlegen. Darauf hätten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung geeinigt, teilte Fleischer auf Anfrage der TZ mit. Falls der Rengershäuser Spieler diesen Beschluss akzeptiert, wird das Verfahren endgültig eingestellt. Für ihn gilt dann nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Vorsätzlich oder fahrlässig?

Richter Jochen Fleischer machte im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich, dass in dem Verfahren nicht geklärt worden sei, ob es sich bei dem Fußstoß gegen den Kopf des Gegenspielers um eine vorsätzliche Körperverletzung oder um eine fahrlässige Körperverletzung gehandelt habe. Das Gericht sei – im Gegensatz zum Beispiel bei Fernsehaufnahmen in der Bundesliga – nur auf Zeugenaussagen angewiesen. Unstrittig sei, dass der geschädigte Sindelbachtaler Spieler, nachdem er von dem Angeklagten gefoult und zu Boden gegangen war, vom Fuß des Rengershäuser Spielers im Gesicht getroffen und dadurch verletzt worden sei.

Wie berichtet, war der Angeklagte Ende Oktober des letzten Jahres vom Amtsgericht Bad Mergentheim wegen vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung zu einer neunmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung (zwei Jahre) und zu einer Geldbuße über 5000 Euro verurteilt worden. Zudem sollte er dem Geschädigten ein Schmerzensgeld in Höhe von 4000 Euro zahlen. Der Verteidiger des Angeklagten hatte in dem Tritt seines Mandanten keine vorsätzliche, gefährliche Körperverletzung gesehen. Der Geschädigte sei unglücklich getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht hatten den Vorfall aber ganz anders eingeschätzt.

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