Rassismus bekämpfen und Courage zeigen – das sind Herzensthemen von uns“, sagt Sandra Boy. Die Schulsozialarbeiterin der Realschule am Karlsberg (RAK) sitzt mit der Lehrerin Meryem Erkisa-Klittich im Lehrerzimmer zusammen und spricht über die Aktion „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die RAK will dem Netzwerk beitreten und damit aktiv jeder Form von Diskriminierung an der Schule entgegentreten, bei Konflikten eingreifen und regelmäßig Projekte und Aktionen zum Thema durchführen.

Um Courage-Schule zu werden, müssen 70 Prozent aller am Schulleben beteiligten Personen das Anliegen unterstützen und ihre Unterstützung per Unterschrift bestätigen. „Der Rückhalt ist enorm groß“, erklärt Erkisa-Klittich, „92 Prozent haben unterschrieben.“

Der Antrag und die Unterschriftenliste sind zunächst eine Absichtserklärung, berichtet die Lehrerin, die zusammen mit der Schulsozialarbeiterin und der Lehrerin Nicole Thalheimer zum Präventionsteam der Schule gehört. „Wir verpflichten uns auf zehn Jahre, Projekte gegen Rassismus und für Courage durchzuführen.“ Der Titel sei somit also kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern eher eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft.

Welche Projekte initiiert werden, steht noch nicht fest. „Das wollen wir gemeinsam mit den Schülern überlegen“, sagt Sandra Boy. Sie sollen stark in die Aktion eingebunden werden und die Projekte tragen. Unterstützung bekommen sie vom Präventionsteam und von den SMV-Verbindungslehrern. „Wir sind gespannt auf die Ideen der Schüler“, so Boy.

Vielfältiges Engagement

Der Präventionsgedanke ist an der Realschule am Karlsberg nicht neu. Die Schule trägt bereits den Titel „Stark. Stärker. Wir.“ und engagiert sich in verschiedenen Projekten, die das Miteinander fördern – wie etwa die Anti-Mobbing-Tage in Klasse 5, der Spendenlauf oder die Kooperation mit dem Arbeitskreis Tansania.

Boy: „Der Titel ‚Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage’ ist einerseits eine Anerkennung für all das, was schon geleistet wurde. Andererseits stellt er auch eine klare Positionierung nach außen dar.“

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Aktion als Antwort auf gewalttätigen Rassismus


„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ist ein Projekt von Schülern für Schüler. Es zielt darauf ab, das Klima an der Schule aktiv mitzugestalten und bürgerschaftliches Engagement zu entwickeln. Dem nach eigenen Angaben größten Schulnetzwerk in Deutschland gehören inzwischen mehr als 2800 Schulen an (Stand Oktober 2018), die von über eineinhalb Millionen Schülern besucht werden.

Träger der Aktion ist der Verein Aktion Courage, der 1992 von Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgruppen, Vereinen und Einzelpersonen als eine Antwort auf den gewalttätigen Rassismus, der sich in Mölln, Solingen, Hoyerswerda und Rostock Bahn brach, gegründet wurde. Aktion Courage ist seit 2001 bundesweit anerkannter Träger der freien Jugendhilfe

In Crailsheim tragen das Lise-Meitner-Gymnasium (LMG), das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) und die Eugen-Grimminger-­Schule (EGS) ebenfalls den Titel. Das LMG ist seit 2010 Courage-Schule. Pate ist die Merlins-Basketballmannschaft. 2014 wurde das ASG Courage-Schule. Paten sind der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hermann Bachmaier und Wilfried Kraft, der ehemalige Fraktionsvorsitzende der UGL-Fraktion im Crailsheimer Gemeinderat. Im Juni letzten Jahres wurde die EGS zur Courage-Schule. Sie hat als Paten den Kickboxer Michael Smolik und die Frauenfußballmannschaft des TSV Crailsheim. hof