Kommentar Gedenken – und handeln

Andreas Harthan
Andreas Harthan © Foto: Daniela Knipper
Andreas Harthan 15.04.2017

Wenn Ostern im April ist, dann spielt – zumindest in Hohenlohe – der Tod eine besonders große Rolle. Dann gedenken wir nicht nur der Kreuzigung von Jesus Christus, sondern auch der vielen Toten in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges. Wir gedenken der Männer von Brettheim, die am 10. April 1945 gehenkt wurden, weil sie die Zerstörung ihres Dorfes verhindern wollten. Wir erinnern uns an den 14-jährigen Kurt Marquardt, der am 23. Februar 1945 einen qualvollen Tod auf dem Crailsheimer Rathausturm erlitt. Wir haben die Wehrmachthelferinnen und Feuerwehrmänner vor Augen, die bei einem Luftangriff am 4. April 1945 in einem Keller des Fliegerhorstes getötet wurden.

Wir denken aber auch an die vielen, vielen Menschen, die heute in Kriegen auf dieser Welt ums Leben kommen – und wir haben die grauenvollen Bilder der durch einen Giftgasangriff in Syrien ermordeten Kinder vor Augen. Gerade an Ostern sollten wir uns vergegenwärtigen, dass wir in Mitteleuropa seit mehr als 70 Jahren Frieden haben. Aus der Erinnerung an die grauenvollen Ereignisse gerade im letzten Kriegsjahr in Hohenlohe sollte uns die Verpflichtung erwachsen, alles dafür zu tun, dass wir weiterhin in Frieden leben dürfen.