Michelfeld Ganztagesschulen als Chance

Michelfeld / ISABELLE FÄRBER 12.11.2014
In der Michelfelder Steinäckerhalle haben sich Vereinsvertreter und Ehrengäste zum ordentlichen Hohenloher Gauturntag versammelt. Thema war auch die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Schulen.

Sportvereine müssen sich heute vielen Herausforderungen stellen. Moderne Medien, wie Handys oder Computer, stehen in direkter Konkurrenz zum Vereinssport. Der Leistungsdruck an den Schulen steigt, und oft kommen die Kinder, besonders aus ländlichen Regionen, nicht vor 17 Uhr von der Schule nach Hause. Da bleibt wenig Lust für Sport im Verein. Diese Probleme sieht auch der Vorsitzende des Turngaus Hohenlohe, Dr. Friedrich Bullinger. Er bezieht in seiner Rede deutlich Stellung: "Wir wollen kein amerikanisches System, an dem der Sport nur über die Schulen läuft, sondern eine Zusammenarbeit mit den Vereinen, vor allem im ländlichen Bereich."

Als Vorbild dient die Gemeinde Michelfeld, die am Pilotprojekt "Gesund aufwachsen und leben in Baden-Württemberg" teilnimmt. Sport ist dabei ein wichtiger Grundpfeiler. "Wir möchten Doppelstrukturen von Vereinen und Schulsport vermeiden", so der Michelfelder Bürgermeister Wolfgang Binnig. Mit der neuen Sporthalle und der Sanierung der Sportanlagen wurde dafür eine Infrastruktur geschaffen.

Gudrun Kerl und Christian Strauch vom staatlichen Schulamt Künzelsau zeigten den Vereinsdelegierten neue Chancen in der Zusammenarbeit mit staatlichen Schulen auf. Nach dem neuen Landeskonzept für Grundschulen könnten sich diese nach einer Anmeldung budgetieren lassen und so außerschulische Partner bezahlen. "Die Rahmenvereinbarung sieht vor, dass ortsansässige Vereine immer die ersten Ansprechpartner sind", erklärte Kerl. Das sorgt für eine angeregte Diskussion im Raum. Manche Vereine haben Angst, ihre qualifizierten und meist ehrenamtlich arbeitenden Mitglieder an die Schulen zu verlieren und dass sich Trainingszeiten nach hinten verschieben würden.

Auf der anderen Seite wissen die Vereine, dass sie im Breitensport die Eltern recht früh erreichen können. Über Vor- und Nachteile zu diesem Thema referierte Jakob Schönball vom Schwäbischen Turnerbund: "Sportvereine werden so auch als Bildungsakteur wahrgenommen." Sie würden motorisches Können und Konfliktfähigkeit vermitteln. Aber nicht nur ernste Themen standen auf der Tagesordnung. Dass die Hohenloher viel können, zeigen sie besonders in sportlichen Wettkämpfen. Bei den Landesmeisterschaften im Turnen und Ropeskipping belegten die Hohenloher die ersten Plätze. Beste Nachwuchsmannschaft im Kunstturnen war die TSG Schwäbisch Hall. In den Pausen traten die Jazztanzgruppen Dancing Girls und Glow auf.

Drei Goldnadeln überreicht

Mitarbeiter Renée Weigel und Achim Vogel vom Turngau Hohenlohe bekommen die Goldnadel für die verdiente Mitarbeit beim Turngau überreicht. Eva Krämer vom TSV Niedernhall erhält für die verdiente Mitarbeit im Deutschen Turnerbund und in der deutschen Nationalmannschaft die Goldnadel - aus Anlass der errungenen Weltmeisterschaft im Frauenfaustball.

IFÄ

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