Auf der Suche nach einem Thema, das Hohenlohe, generell den Norden und Nordosten des Landes, verbindet, stieß Philipp Fürst zu Hohenlohe-Langenburg immer wieder auf Gärten. Auf historische, einzigartige oder einfach nur schöne Anlagen. Er wurde  zum Initiator und Mitbegründer eines Gartennetzwerks, das als „Hohenloher Gartenparadies“ vermarktet wird – ein im zu Ende gehenden Jahr 2017 gepflanzter Trieb, der in einigen Jahren den ganzen Landstrich öffentlicher blühen lassen könnte.

Crailsheimer Potenzial

Immer mehr Mitglieder werden gewonnen; das Freilandmuseum Wackershofen zeigt ebenso Interesse wie Öhringen. Aus dem Altkreis Crailsheim ist derzeit nur der „Sophienberg“ in Kirchberg/Jagst in der Jahresbroschüre vertreten, es gibt freilich auch hier öffentliche Anlagen, die wie geschaffen sind für eine Öffnung nach außen; private Gartenbesitzer und -liebhaber sind im Netzwerk ebenso willkommen. Die Stadt Crailsheim selbst, die ja eigene Gartenschau-Überlegungen anstellt, dürfte unter anderem mit ihren Jagstaue-Plänen geeignete Kandidatin sein – und vor allem interessiert an den entstehenden Kontakten und Verbindungen. Aktuell bewirbt sich das Netzwerk um eine einwöchige Präsentation bei der Landesgartenschau 2018 in Würzburg.

In der kommenden Woche spricht der Arbeitskreis des Netzwerks über Kombikarten für den Besuch aller beteiligten Gärten, über Vergünstigungen für private Gartenbesitzer oder auch die Möglichkeit einer Öffnung für Nicht-Mitglieder; neue Werbemittel und ein neues Logo für die Mitglieder wurden entwickelt. Weiteres Projekt 2018 ist die Vorbereitung eines „Fotoauftrages, für schöne marktgerechte und verwertbare Bilder“.

Startschuss in Langenburg

Nicht von ungefähr nutzte das in diesem Jahr entstandene Gartennetzwerk die Gartentage in Langenburg, um sich erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren: Hier ist zu sehen, was wachsen kann, wenn Zeit, Geld, ein Auge für Schönes und ein grüner Daumen so gut zusammenspielen. Hier lernten sich auch die Netzwerker kennen – 14 Gründungsmitglieder, 24 Park- und Gartenbesitzer aus Hohenlohe und Umgebung, die nichts verbindet als ihre Gartenbegeisterung.

Sie alle sind überzeugt davon, dass der in anderen Ländern – allen voran England – seit Jahrhunderten beliebte Garten- und Parktourismus auch in Süddeutschland eine Zukunft hat. Gezielt arbeiten sie in ihrem Netzwerk daran, über Landkreisgrenzen hinweg Bauern-, alte Pfarr- und Klostergärten zu öffnen, Parks auf Schlössern und Burgen, in Städten und kleineren Gemeinden, Freilandmuseen und Wildparks, die nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Teil des Tourismuskonzeptes

Da wächst einiges in der Region, über die Industrie hinaus, und der Tourismus ist dank einiger ausgefallener, dem Zeitgeist entsprechender Ideen längst eine langsam, aber stetig wachsende Branche – zu nennen sind hier etwa die Schäferkarren für alle, die’s gern ein bisschen ruhiger haben, oder auch eigens hergerichtete historische Gebäude. Dass Hohenlohe so schön ist und sich an blühenden Landschaften freut – die andernorts vielfach längst preisgegeben wurden –, ist der Grund, auf dem dieses Netzwerk wachsen und gedeihen kann.

Der Burggarten in Rothenburg ob der Tauber war der erste Garten des Jahres; 2018 organisiert das Netzwerk eine Infofahrt, um den Mitgliedern diese Anlage nahezubringen. Fürst Philipp meint, mit der Wahl eines Mitglieds aus dem fränkisch-bayerischen Raum habe man sich über die von Napoleon festgelegten Grenzen hinweggesetzt, wie generell nicht in Schlagbäumen gedacht werde; im Netzwerk sei kein Platz für den sprichwörtlich gewordenen Maschendrahtzaun.

Der „Garten des Jahres“ stehe stellvertretend für alle anderen grünen Sehenswürdigkeiten der Region an Kocher, Jagst und Tauber und feiere damit die hohe Kunst der Park- und Gartengestaltung, sagt Andreas Dürr von der Touristikgemeinschaft Hohenlohe, der das Netzwerk gemeinsam mit Mitarbeiterin Luana Neugebauer koordiniert.

Mit dabei sind auch Schloss Weikersheim mit seinem Barockgarten und die ehemalige Zisterzienserabtei Schöntal. Beide werden von den „Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg“ eingebracht, der größten kulturtouristischen Institution des Landes, die ganz selbstverständlich mitmacht – wie sie auch an anderen Netzwerken, etwa den „Bodenseegärten“ beteiligt ist. Gerade die großen Unterschiede zwischen den Gärten sind reizvoll, und  die bekannten Gärten sichern dem Ganzen Aufmerksamkeit, die auch den bislang noch verborgenen Schätzen der Region zugutekomme.

Ein erstes Ergebnis der Netzwerkarbeit ist die Broschüre „Park- & Gartenparadies Hohenlohe“, die wohl unerwartet stark nachgefragt wird; Rothenburg hat erst jüngst wieder nachbestellt.

Info Mehr dazu gibt es bei Luana Neugebauer (Telefon 0 79 40 / 18-2 21; E-Mail: luana.neugebauer@hohenlohe.de). Im Internet findet sich das Netzwerk im Portal www.hohenlohe.de; unter „Kultur und Erlebnis“ sind alle Parks und Gartenparadiese vertreten, die an diesem Netzwerk mitknüpfen.