Schnelles Internet, bessere Straße, erneuerte Gehwege: Die Ortsdurchfahrt Markertshofen wird in den kommenden Jahren saniert. Lukas Krupp vom Ingenieurbüro kp engineering stellte die Planungen jüngst gleich zwei Mal vor: einmal den Frankenhardter Gemeinderäten und kurz darauf den Einwohnern aus Markertshofen bei einer Bürgerversammlung.

Bekommt Markertshofen 2022 schnelles Internet?

Gleich mehrere Maßnahmen auf einmal stehen an (siehe Inforubrik): So werden in einem Teilbereich des Ortes neue Strom- und Glasfaserkabel unter den Gehweg verlegt, dieser wird erneuert. Schnelles Internet soll es etwa im Jahr 2022 für die Bewohner des Ortes geben, so Krupp. Im gleichen Zug wird die Straßenbeleuchtung modernisiert und zwei barrierefreie Bushaltestellen entstehen.

Außerdem wird die Fahrbahndecke der Ortsdurchfahrt erneuert und eine Querungshilfe gebaut. Eigentlich ist dafür das Land Baden-Württemberg zuständig. Doch die Gemeinde wickelt die Straßenbauarbeiten zusammen mit den übrigen Maßnahmen ab, kümmert sich zum Beispiel um die Ausschreibung. Bezahlen wird aber das Land. Nicht gemacht werden hingegen die Wasserleitungen. Lediglich der Kanal muss punktuell erneuert werden.

Schwäbisch Hall

Der Plan für die kommenden Monate: Im Juli könnte der Gemeinderat den Baubeschluss fassen, im Spätsommer soll die Ausschreibung stattfinden. Im Herbst könnten die ersten Arbeiten beginnen, bevor im Frühjahr 2021 richtig losgelegt wird.
Bei der Bürgerversammlung in der Gründelhardter Frankenhalle war nach der Präsentation von Lukas Krupp vor allem eines Thema: der Verkehr durch den Ort. Der soll ausgebremst werden.

Dringender Handlungsbedarf

„Den Lärm haben wir bereits morgens ab 5 Uhr“, meint ein Anwohner. Neben der Geräuschkulisse sei der Verkehr aber auch gefährlich: Kinder müssten schnell über die Straße rennen, um auf die andere Seite zu kommen. Kürzlich habe sogar ein Lkw einen Pkw innerorts überholt. Für die Markertshofener ist klar: Hier muss etwas getan werden.

Dazu machten sie auch Vorschläge. So könne man an den Ortseingängen, wo die Fahrzeuge besonders schnell unterwegs sind, Verengungen der Fahrbahn einbauen, beispielsweise eine Verkehrsinsel. Das sehe das Land als Baulastträger aber nicht vor, so Bürgermeister Jörg Schmidt. Er nahm den Vorschlag jedoch mit zu einer Verkehrsschau.
Auch eine 30er-Zone innerorts brachten die Einwohner ins Gespräch, doch auch hier machte Schmidt nur wenig Hoffnung. Die 30er-Zone wurde bereits beantragt, aber aufgrund der örtlichen Verhältnisse abgelehnt.
Radarfallen könne man ebenfalls nicht einfach im Ort installieren, so Schmidt auf Nachfrage von Thorsten Münch von der Dorfgemeinschaft Markertshofen. Hier sei das Landratsamt zuständig, der Kreistag habe fest installierte Blitzer innerorts vor zwei Jahren abgelehnt. Ein Kreisverkehr sei zwar eine Option, allerdings sehr teuer, und: Zunächst müsse geprüft werden, ob es überhaupt genug Platz gäbe. Die einzige Option, die es gibt, ist eine Querungshilfe im Ort, die nun gebaut werden soll. Von Bürgern und Land favorisiert wird momentan eine Variante, bei der die Querungshilfe zwischen die beiden neuen, barrierefreien Bushaltestellen kommt. Gut fanden die Anwohner, dass die Straße für die Sanierung gesperrt werden muss – zur Verblüffung von Lukas Krupp. Bereits bei den Arbeiten an der Landesstraße 1066 außerhalb des Ortes gab es eine Vollsperrung, der Verkehr wurde umgeleitet. In dieser Zeit habe man wenigstens einmal schlafen können, so einer der Anwohner.

Diese Maßnahmen sind geplant


Die Erneuerung der Gehwege, der Straßenbeleuchtung und den Bau barrierefreier Bushaltestellen übernimmt die Gemeinde. Kosten: 685.000 Euro, es gibt eine Förderung in Höhe von rund 350.000 Euro. Die Glasfasererschließung wird vom Zweckverband Breitband des Landkreises durchgeführt. 90 Prozent werden von Bund und Land gefördert, die Gemeinde muss etwa 190.000 Euro bezahlen. Für die Einwohner entstehen keine Kosten. Für die Strom-Erdverkabelung ist die Netze BW zuständig, für die Deck­erneuerung und die Querungshilfe das Land. luc

Info


Bürger können der Verwaltung Anregungen und Verbesserungsvorschläge zur Sanierung bis Montag, 20. Juli mitteilen.