Oberrot Förderverein feiert Jubiläum

Oberrot / SWP 27.10.2012
Der Förderverein Freier Adelssitz hat sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Für die zehnte Mitgliederversammlung im ehemaligen Freien Adelssitz in Oberrot wurde daher auch ein festlicher Rahmen gewählt.

Maria Fassbender, Vorsitzende des Fördervereins Freier Adelssitz Oberrot, fasste in der Jubiläumsmitgliederversammlung die Entwicklung des Vereins zusammen. Am 25. Oktober 2002 gründeten neun Personen den Förderverein "Zehntscheuer Böltz Oberrot MEDICO". Drei der Gründungsmitglieder sind mittlerweile verstorben sind. Heute zählt der Verein, der zwischenzeitlich umbenannt wurde, 29 Mitglieder, der Beitritt des 30. Mitglieds wird Maria Fassbender zufolge in Kürze erwartet.

In den Jahren 2002 bis 2006 seien auf allen Ebenen viele Kontakte geknüpft worden, berichtete die Vorsitzende. Hohe Hürden seien zu überwinden gewesen, bis im November 2006 mit den Umbau des Gebäudes begonnen werden konnte.

Bis dahin war man in Oberrot davon ausgegangen, dass Maria Fassbenders Elternhaus einst als Zehntscheuer gebaut worden war. Nach aufwendigen Recherchen in diversen Landesarchiven konnte die Vorsitzende allerdings nachweisen, dass es sich in Wirklichkeit um den ehemaligen Freien Adelssitz in Oberrot handelt.

Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im Jahrbuch 2006 der Zeitschrift für württembergische Landesgeschichte in Stuttgart; beim Landesamt für Denkmalpflege berichtigte die Liste der Kulturdenkmale. Und der Verein leitete umgehend seine Umbenennung in "Förderverein Freier Adelssitz Oberrot" in die Wege.

Dank der umsichtigen guten Organisation mit den Handwerkern durch Architekt Christof Preiß, einem Fachmann im Umgang mit Baudenkmälern, habe man schon am 30. Juni und 1. Juli 2007, also noch während der Bauarbeiten, ein Besichtigungswochenende mit geladenen Gästen und der Bevölkerung von Oberrot veranstalten können, berichtete Fassbender. Die Außenfassade sei kurz vor dem "Tag des offenen Denkmals" im Jahr 2008 fertig geworden, sodass eine große Besucherschar empfangen werden konnte. Im Frühjahr 2009 drang Wasser in den Keller ein, nachdem neben dem Gebäude Kanalarbeiten stattgefunden hatten. Auf Wunsch der Gemeindeverwaltung sei ein Gutachter über das Landgericht Heilbronn eingeschaltet worden, berichtete Maria Fassbender. Der folgende dreijährige Prozess habe manche Aktivitäten beeinträchtigt.

Seit Juni 2010 war das Gebäude mit Ausstellung dann an jedem zweiten Sonntag im Monat für Besucher geöffnet, ebenso im Jahr 2011, sowie jeweils am "Tag des offenen Denkmals". Im November 2010 erhielt Maria Fassbender für die Erforschung des ehemaligen Freien Adelssitzes und den Umbau den 2. Heimatpreis der Sparkassenstiftung Schwäbisch Hall/Crailsheim.

Der Innenhof mit der Remise wurde im Frühjahr 2012 neu gestaltet, so dass mit der Sonderausstellung der Forschergruppe Klostermedizin GmbH der Universität Würzburg und des Rahmenprogramms vom 17. Juni bis 16. September 2012 das absprechendes Ambiente geschaffen werden konnte. Mehr als 500 Besucher kamen in diesem Jahr zur Ausstellung.

Nach dem Kurzbericht ehrte die erste Vorsitzende diverse Vereinsmitglieder, insbesondere diejenigen, die seit 10 Jahren dem Verein die Treue gehalten haben. Der stellvertretende Vorsitzende, Günter M. Mayr dankte Maria Fassbender für ihre Verdienste um den Verein und um das Gebäude. Die engagierte erste Vorsitzende des Fördervereins sei nicht nur treibende Kraft und Eigentümerin, sondern auch eine profunde Kennerin der Geschichte und der Zusammenhänge.

Rechtsanwalt Berndt Dodt verlas den schriftlichen Prüfbericht des Kassenprüfers, der nicht anwesend sein konnte und leitete die Entlastung des Vorstandes und die Wahlen, bei denen der bisherige Vorstand, auf eigene Bitte zeitlich begrenzt, im Amt bestätigt wurde.

Diskutiert wurde über die Erhaltung des Kulturdenkmals und über die Beseitigung der aufgetretenen Schäden. In nächster Zeit sind deshalb Gespräche mit den zuständigen Stellen geplant. Auch die Gründung einer Stiftung soll in die Wege geleitet werden.

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