Die vier jungen Männer haben sichtlich Spaß. Ihr Jubel in der Crailsheimer Großsporthalle geht aber in der Menge unter. Wieder hat eine Mannschaft ein Tor geschossen. Neben dem Hin und Her des Balls auf dem Tischkicker wandern zwischen den Besuchern des Berufsinformationstags und den Mitarbeitern vor, während und nach dem Match genauso Fragen und Antworten zu Ausbildungsmöglichkeiten und zur Firma über das Spielgerät. Die Idee, so Aufmerksamkeit für den Stand zu erregen, geht also auf.

Da hat Madlen Schönherr ein paar Meter weiter mit dem Angebot des Instituts für Zahnmedizin schon etwas mehr Probleme, das Interesse der Besucher zu wecken. „Heute ist das Interesse eher nicht so gut“, erklärt sie. Dabei fehlten bei den Zahnärzten Auszubildende besonders. Viele junge Menschen wollten leider nur in die Industrie. Sie wünschte sich, dass die Stände von Berufsgruppen beim Aktionstag beieinanderlägen, damit  beispielsweise Interessenten für soziale Berufe nicht erst Stand für Stand suchen müssten.

„Wir sind aber nächstes Mal auf jeden Fall wieder dabei“, beteuert Schönherr. Schließlich habe sie in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen mit der Messe gemacht. „Und wenn von 20 Interessenten nur zwei in den Beruf gehen, ist das ja ein Erfolg“, fügt sie hinzu.

Viele gute Gespräche an den Ständen

Kein Problem mit fehlendem Andrang hat die Polizei gleich nebenan. Viele junge Leute unterhalten sich mit den Beamten in Uniform, die ihnen Rede und Antwort zu ihrem Job stehen. „Es haben sich schon immer viele für die Polizei interessiert“, berichtet Einstellungsberater Micha Weippert. Einen Bewerbermangel gebe es nicht. Allerdings sei derzeit die Auswahl unter den Bewerbern kleiner. „Das liegt aber daran, dass im Moment mehr eingestellt werden. Deshalb sind mehr Interessenten gesucht“, sagt er. Der Berufsinformationstag sei sehr gut. „Die Interessenten scheuen sich nicht. Es gab schon viele gute Gespräche“, verrät er.

Draußen vor der Halle dröhnt der Motor des kleinen Azubi-Baggers des Bauunternehmens Leon­hard Weiss. Ein Mädchen fädelt geschickt und konzentriert mit den Hebeln einen Stahldorn, der vorne am Arm der Maschine angebracht ist, in ein Rohr. Ein Erfolgserlebnis.

Das hatten Julia Obermayer und ihr Freund Max Thierer wohl auch. Hand in Hand kommen die beiden 14-Jährigen aus der Großsporthalle. An ihren Schultern hängen große, gefüllte Tragetaschen. „Ich brauch, glaube ich, die nächsten zwei Jahre keine neuen Kugelschreiber mehr“, sagt die Jugendliche und grinst dabei breit. Sie schätzt, wie kreativ die Firmen mit ihren Werbegeschenken seien. Die wären aber für beide nicht das Ausschlaggebende für die Wahl ihrer Ausbildung, wie sie unisono beteuern. „Wir wissen beide noch nicht so recht, was wir werden wollen“, gesteht Max. Aber sie hätten nun eine Übersicht bekommen – und viel Informationsmaterial.

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Ausbildungsbetriebe haben sich und ihre Ausbildungsmöglichkeiten in der Großsporthalle präsentiert. Die große Bandbreite deckte nahezu alle Branchen und Ausbildungsberufe ab.