Prognose Finanzanalyst gewährt Einblicke

Winfried Stahl (Vorstand Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See), Jürgen Fricke (Vorstand Volksbank Vorbach-Tauber), Analyst Falko Block, und Dirk Schlenker, (Vorstand Volksbank Vorbach-Tauber, von links) am Vortragsabend.  Foto: Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See
Winfried Stahl (Vorstand Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See), Jürgen Fricke (Vorstand Volksbank Vorbach-Tauber), Analyst Falko Block, und Dirk Schlenker, (Vorstand Volksbank Vorbach-Tauber, von links) am Vortragsabend. Foto: Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See © Foto: Foto: Raiffeisenbank Schrozberg-Rot am See
pm 30.11.2016

Die Aktienkurse schwanken stark. Wie geht es bei den Zinsen und an den Kapitalmärkten weiter? Welche Auswirkungen haben der Brexit und die Trump-Wahl? Zusammen mit der Volksbank Vorbach-Tauber lud die Raiffeisenbank Schrozber­g-Rot am See kürzlich zur traditionell stattfindenden Kapitalmarktprognose ein.

Jürgen Fricke, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Vorbach-Tauber, versprach bei seiner Begrüßung den 300 aufmerksamen Besuchern Hilfestellungen für künftige Anlageentscheidungen und machte deutlich, dass besonders Streuung der Anlagebeträge zur Vermögenssicherung beitrage. In Zeiten der Unsicherheit zähle Vertrauen. Überwinden könne man die derzeitige Situation nur mit gegenseitigem Vertrauen, denn dies rechne sich nicht, aber mache berechenbar.

Mit Falko Block referierte  ein Experte, der seit 2006 bei der DZ Bank AG in Frankfurt am Main als Analyst der weltweiten Aktienmärkte tätig ist. Block befasste sich zu Beginn seiner Ausführungen mit den kurz- und langfristigen Auswirkungen der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA. Sein Wahlslogan „America first“, sofern er diesen so umsetzen wird, bedeutet für die USA ein massives Infrastrukturprogramm und bringt starke Wachstumsimpulse, die allerdings schuldenfinanziert sein werden.

Danach informierte er die Gäste, warum die Europäische Zentralbank die Geldschleusen so weit geöffnet hat. Das Inflationsziel in der Eurozone liegt bei zwei Prozent. Dieses Ziel sollte durch massive Zinssenkungen und daraus resultierende stärkere Nachfragen nach Krediten und Investitionen erreicht werden. Dies trat aber vor allem in den südeuropäischen Ländern nicht ein: Die Banken dort waren zurückhaltend bei der Kreditvergabe, weil ihnen das Eigenkapital dazu fehlt. In anderen Ländern wie zum Beispiel in Deutschland fragen die Unternehmen weniger Kredite nach, weil sie entweder die Finanzierungen aus Eigenkapital tätigen oder fehlende Investitionsmöglichkeiten sehen. Außerdem bremst das schwache Wachstum in Europa die Inflation. Auch der deutliche Rückgang des Ölpreises in den letzten drei Jahren war ein Grund für das Inflationshemmnis. Der Ölpreis wird nach seinen Aussagen in den nächsten Jahren nur leicht steigen, da auf dem Ölmarkt nach wie vor mehr Angebot als Nachfrage vorhanden ist. Auf Grund all dieser Umstände, werden auch die Zinsen in den nächsten Jahren auf sehr niedrigem Niveau bleiben, so der Experte. Noch nicht absehbar seien hingegen die Auswirkungen des Brexit für Europa.

Für die deutschen und europäischen Aktienmärkte sieht er positive Kursentwicklungen in den nächsten zwölf Monaten, allerdings unter starken Schwankungen. Gründe hierfür sind die fehlenden Anlagealternativen, die erhöhten Staatsausgaben sowie die gut gefüllten Auftragsbücher bei den Unternehmen. Zuletzt betrachtete er die stark gestiegenen Immobilienpreise vor allem in den Großstädten. Dieser Trend werde sich fortsetzen.  pm