Aufgewachsen zwischen Bau und Bar, schon von klein auf habe ich die Gastronomie mit der Muttermilch aufgenommen. Mein Name ist Thomas Meiser, ich bin 51 Jahre alt und geschäftsführender Gesellschafter der Meiser Hotels.

Als ich aufgewachsen bin, konnten wir noch nicht von mehreren Hotels und Restaurants sprechen. Der Familienbetrieb bestand aus einer Dorfwirtschaft mit fünf Tischen, einem Tante-Emma-Laden und einem kleinen Tanzsaal. Anfangs war das Wohnzimmer die Gaststube und unsere privaten Räume waren direkt darüber. Der Kontakt zwischen uns Kindern und unseren Gästen, die sich zum Stammtisch trafen oder im Lebensmittelladen einkauften, war für uns selbstverständlich und alltäglich.

Für meinen Bruder Armin und mich war es normal, dass unsere Eltern Erika und Fritz jeden Tag von früh bis spät für den Betrieb da waren. Dennoch haben sie sich liebevoll um uns gekümmert und es wurde sich die Zeit genommen, täglich mit der ganzen Familie samt Oma und Opa gemeinsam zu essen.

Schon früh wurde mir bewusst, dass meine Eltern größere Dimensionen anstreben und so wurde ständig erweitert und gebaut. Meine Familie war schon seit je her musikalisch und aus dieser Tradition entstand letztendlich 1980 die Tanzmetropole. Während meiner Jugend war die Musik meine Leidenschaft. Mein Bruder Armin, ein paar Freunde und ich gründeten die Band „Musictramps“ und waren damit über 30 Jahre außerordentlich erfolgreich.

Mit den Musictramps unterwegs

Unsere ersten Auftritte waren nur vor etwa 50 Leuten, wir übten ständig, investierten unsere gesamte Gage in besseres Equipment und spielten schon nach wenigen Jahren vor mehreren tausend Zuschauern. Unsere Auftritte führten uns in viele Städte Deutschlands, nach Spanien und an die Westküste der USA. Wie schon mein Vater verspüre auch ich die Liebe zu den Pferden und reite noch heute in der Freizeit und bei den schwedischen Truppen während der historischen Kinderzeche in Dinkelsbühl.

Nach der Mittleren Reife an der Realschule in Crailsheim absolvierte ich eine Ausbildung zum Koch im „Hotel Roter Ochsen“ in Ellwangen, um die Gastronomie von der Pike auf zu lernen. Im Anschluss wurde ich als Wehrdienstpflichtiger bei der Bundeswehr als Koch eingezogen, wo ich das Kochen in großen Dimensionen kennenlernte. Nach dieser Zeit machte ich meine erste Erfahrung als junger Unternehmer und führe das „Café Bayer“ in Dinkelsbühl, unser heutiges „Meiser’s Café Restaurant Lounge“. Während dieser Zeit habe ich das Fachabitur an der Kaufmännischen Schule in Crailsheim gemacht. Es war nicht ganz einfach, zwei Vollzeittätigkeiten und die Musik unter einen Hut zu bringen.

Zu dieser Zeit sind meine Ehefrau Susan und ich zusammengekommen und ich stieg in den Familienbetrieb ein. Zwei Jahre später heirateten wir und wir bekamen drei Kinder: Calvin im Jahr 1997, Marlon 1998 und Romy 2002. Das Einzugsgebiet der Tanzmetropole war groß und so planten wir zunächst ein Gästehaus. Susan und ich haben uns dann zahlreiche Hotels angesehen und kamen zu dem Entschluss, Größeres anzustreben als eine einfache Unterkunft.

Als große Familie gemeinsame Wege gehen

Unsere Vision war ein Wellnesshotel der Extraklasse. Der alpine Lifestyle als Interieur in Kombination mit der märchenhaften, schlossartigen Architektur sollte ein einzigartiges Meiser-Design darstellen. Als Unterstützung für unsere Pläne holten wir uns den besten Hotelarchitekten Österreichs mit ins Boot.

Die angestrebte Größe stellte die Familie vor neue Herausforderungen und so beendete mein Bruder Armin seine Laufbahn als Banker, später auch meine Schwägerin Stefanie ihre Karriere in der Industrie, und so gingen wir fortan als große Familie gemeinsame Wege. Von diesem Zeitpunkt an war ich für das Gestalten und Weiterentwickeln des Betriebes und der Gebäude verantwortlich.

Nach mehreren Erweiterungen eröffneten wir 2008 das „Meiser’s Café Restaurant Lounge“ in der Altstadt Dinkelsbühls. Nachdem das Restaurant zuvor verpachtet war, renovierten wir das Gebäude umfangreich und entschieden uns am Ende, dieses selbst zu betreiben. In den folgenden Jahren wurde das Restaurant um elf individuelle Hotelzimmer erweitert, welches den Namen „Meiser’s Hotel am Weinmarkt“ trägt. 2013 vergrößerten wir das Vital Hotel auf mehr als die doppelte Größe und so entstanden 37 weitere Zimmer sowie der Indoor- und Outdoorpool.

Respektvoll mit Menschen umgehen

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied sowie seit Juli 2019 Präsident im Rotary Club Dinkelsbühl – Feuchtwangen und engagiere mich dort für soziale und gemeinnützige Projekte im In- und Ausland. Vor zwei Jahren wurde ich als Senator in den Senat der Wirtschaft in Berlin berufen. Hierbei findet ein Austausch zwischen der Politik und Senatoren aus allen Branchen statt.

Im Vital Hotel hatten wir neben den Wellnessgästen auch immer zahlreiche Tagungen sowie Feierlichkeiten und so waren unsere Kapazitäten in den letzten Jahren beinahe ausgeschöpft. Dadurch reifte der Gedanke, ein neues Hotel für Tagungen, Events und Städtetouristen in Dinkelsbühl zu bauen, welche laut Focus die schönste Altstadt Deutschlands ist. Dieses Projekt mit 150 Zimmern, 11 Tagungsräumen und einem Restaurantbereich für bis zu 350 Personen sollte mit einer Investition von mehr als 20 Millionen Euro das größte Projekt unserer Familiengeschichte werden.

Das „Meiser Design Hotel“ eröffnete letztes Jahr nach dreijähriger Planungs- und Bauphase. Der Name sollte Programm sein und so stellten wir ein internationales Design-Team auf und holten uns in Asien, Südamerika, den USA und verschiedenen europäischen Ländern Inspirationen für ein außergewöhnliches Hotel.

Natürlich war solch ein großer Schritt nur denkbar mit der Gewissheit, dass die nächste Generation hinter dem Vorhaben steht. Mein Lebensziel ist es, für die Menschen Orte zu schaffen, an denen sie sich wohlfühlen und Kraft tanken können. Das Geheimnis unseres Erfolges ist, respektvoll mit Menschen umzugehen und die Visionen mit unermüdlicher Ausdauer umzusetzen.