Von der Kontoristin zum Lebenswerk Gastronomie. Mein Name ist Erika Meiser, geborene Maag, ich bin 71 Jahre alt und seit fünf Jahrzehnten im Familienunternehmen. Kurz nach dem Krieg bin ich in Larrieden geboren und behütet bei meinen Eltern und der Großfamilie mit der Landwirtschaft aufgewachsen.

Mein Vater Ernst hat bei der Straßenbahn in Stuttgart gearbeitet und ist von Larrieden, in der Nähe von Neustädtlein, dorthin gependelt. Als ich zehn Jahre alt war, wollten meine Eltern mit mir dauerhaft nach Stuttgart ziehen. Bei Tante, Onkel und Opa habe ich mich auf dem Land aber so wohlgefühlt, dass ich nicht mit in die Großstadt wollte. Wäre diese Entscheidung damals anders ausgefallen, hätten sich Fritz und ich wahrscheinlich niemals kennengelernt. Meine Eltern Lina und Ernst waren damals traurig über meine Wahl und haben mich so oft besucht, wie es nur ging.

1974 übernahmen Fritz und ich den Betrieb

Nach meinem Volksschulabschluss in meinem Heimatort habe ich in Dinkelsbühl die Handelsfachschule besucht und dort eine Ausbildung zur kaufmännischen Kontoristin gemacht. Mit 19 Jahren bin ich oft auf den Tanz in Larrieden und nach Weidelbach gegangen, wo ich immer wieder das Meiser-Trio gesehen habe. Fritz hat mich angesprochen, später haben wir uns das erste Mal verabredet und schon bald waren wir verliebt. Als ich nach Neustädtlein zog, hatten wir nicht einmal ein Wohnzimmer und das Leben spielte sich hauptsächlich in der Gaststube ab. Mit unserer Hochzeit 1968 sind wir fortan gemeinsame Wege gegangen. Während der Bauphase, als der Tanzsaal erweitert wurde, ist unser erster Sohn Thomas geboren. Drei Jahre später kam unser zweiter Sohn Armin zur Welt.

1974 übernahmen Fritz und ich den Betrieb. In den folgenden Jahren war ich für die Kinder, den Lebensmittelladen und die Buchhaltung des Betriebes zuständig. 1980 eröffneten wir nach jahrelanger Planung und Kraft unserer ganzen Arbeit unser Lebenswerk: die Tanzmetropole. Das Interieur sollte von fernen Ländern, die wir in den Jahren zuvor besucht haben, inspiriert werden. Unser Irish Pub wurde mit originalen Teilen aus Irland ausgestattet, die Kuhglocken im Tiroler Keller kamen aus Österreich und die Cowboysattel für die amerikanische Aktionsbar haben wir direkt aus Texas mitgebracht. Unser Highlight waren die Wasserspiele, die mit den bekannten Bands und Shows Gäste aus ganz Süddeutschland angezogen haben.

Tanzmetropole wird immer ein Teil von uns sein

2001 sind unsere beiden Söhne Thomas und Armin in die Geschäftsführung mit eingetreten. Mit unseren Schwiegertöchtern Susan und Stefanie hat die nächste Generation Großes geschaffen. Unser Familienunternehmen wurde auf den neuen Geschäftsbereich Hotels und Restaurants erweitert. Es entstand das Vital Hotel Meiser, das Meiser‘s Café Restaurant Lounge, der Dekorations- und Einrichtungsladen Meiser‘s Lieblingsstücke sowie das Meiser Design Hotel.

Mein Ehemann Fritz und ich sind sehr stolz darauf, was unsere Söhne und Schwiegertöchter in den letzten knapp 20 Jahren geschaffen haben. In dieser Zeit haben wir sie unterstützt und mit beraten. Heute bin ich noch immer gerne im Büro und im Betrieb und helfe, wo immer es geht. Unser Lebenswerk Tanzmetropole wird immer ein Teil von uns sein.

Ich liebe es, Zeit mit unseren Enkeln zu verbringen. Ob Romy, Lara-Sophie & Valerie später einmal in den Betrieb einsteigen möchten, können sie noch in Ruhe überlegen. Wir freuen uns überaus, dass unsere Enkel Calvin und Marlon schon im Betrieb arbeiten und diesen später einmal übernehmen möchten. Es ist schön zu wissen, dass das Unternehmen Meiser für die Familie, die Mitarbeiter, die Geschäftspartner und unsere Gäste auch in Zukunft bestehen wird.