Mein Name ist Calvin Meiser, ich bin 22 Jahre alt und in einer Zeit aufgewachsen, als mein Vater Thomas in der Tanzmetropole am Herd stand und meine Mutter Susan in den Rosenstuben bediente.

Als meine Geschwister Marlon, Romy und ich klein waren, wurde das „Vital Hotel Meiser“ gebaut. Damals hatte das Haus anfangs nur 20 Zimmer und noch keinen Wellnessbereich, aber wir haben gespürt, dass dies ein besonderer Ort ist. Unser Spielzimmer war neben dem Büro der Eltern. Im Hotel haben wir immer mit der Familie samt Oma, Opa, Tante und Onkel gemeinsam gegessen, auch wenn sonst kaum Zeit für die Familie war. Als Kind und Jugendlicher musste ich oft im Betrieb helfen. Das habe ich zu dieser Zeit natürlich nicht immer ganz freiwillig gemacht, doch rückblickend hat mich diese Disziplin und Kontinuität geprägt.

Mir war immer klar, dass ich mich nicht auf dem Erfolg meiner Familie ausruhen kann. Das hätten meine Eltern nicht zugelassen und damit wäre ich persönlich auch nicht glücklich geworden. Wenn es darauf ankommt, bin ich morgens gerne der Erste und abends der Letzte im Betrieb. Auch in meiner Freizeit oder beim Studium kann ich nicht ganz abschalten, die Firma ist immer im Hinterkopf.

Ein Herz für die Menschen haben, denen es gerade nicht so gut geht

Mein Bruder und ich gingen vom Schulanfang bis zum Abi in eine Klasse. In unserer Jugend erlebten wir gemeinsam auch schwierige und belastende Situationen wie den Neid einiger weniger Menschen. Heute sind wir uns mehr denn je bewusst, dass unter jeder Eisbergspitze Erfolg ein Riesenbrocken Planung, Ausdauer, Risiko und Verantwortung steckt. Wir lassen diese Anfeindungen nicht mehr persönlich an uns heran und lenken unseren Fokus auf die positiven Menschen.

Eine wichtige Erfahrung war auch die Weise, wie Mama meine Geschwister und mich erzogen hat. Von klein auf wurden wir für den guten Umgang mit unseren Mitmenschen erzogen. Dazu zählten Tischmanieren, einer Dame die Tür aufzuhalten oder im vollen Bus für ältere Menschen gerne aufzustehen. Meiner Mutter war es auch wichtig uns zu vermitteln, dass wir ein Herz für die Menschen haben, denen es gerade nicht so gut geht. Auch Papa ist für mich in seiner positiven und diplomatischen Art ein großes Vorbild. Durch ihn lernte ich über Jahre das unternehmerische Denken und die Herangehensweise, Ziele mit Ausdauer umzusetzen.

Die Hotellerie und Gastronomie habe ich praktisch in die Wiege gelegt bekommen. Seit ich 15 Jahre alt bin, arbeite ich im Bier- und Grillwagen bei großen Veranstaltungen, mit 16 Jahren war ich an der Garderobe und mit 18 Jahren habe ich die Licht- und Tontechnik bei Events bedient. In meiner Jugend erkannte ich, dass die Gastronomie keine einfache Branche ist. Die vielen glücklichen Menschen, die man in unseren Hotels, Restaurants und bei Events sieht, zeigen mir aber, dass sich unsere Arbeit lohnt. Ich liebe den Trubel und die vielen Menschen in den Hotels, wenn ich dann doch mal Zeit für mich brauche spiele ich Klavier oder gehe in der Natur joggen. Außerdem treffe ich mich in meiner Freizeit oft mit Freunden und verreise gerne, um mir auch Ideen für unsere neuen Projekte zu holen.

Dieses Jahr steht noch ein Auslandssemester auf dem Plan

Nach dem Abitur absolvierte ich eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der VR-Bank Schwäbisch Hall. Hierbei erlernte ich kaufmännische Kenntnisse und mein Gedanke festigte sich, später einmal in den Familienbetrieb einzusteigen. Nach der Ausbildung habe ich mit dem dualen Studium BWL mit Schwerpunkt Hotel- und Gastronomiemanagement begonnen, wobei alle Hotelabteilungen durchlaufen werden. Die erste praktische Station habe ich im 5-Sterne Althoff Hotel am Schlossgarten in Stuttgart absolviert, diesen Sommer folgt das 5-Sterne Superior Fairmont Hotel Vier Jahreszeiten in Hamburg und nächstes Jahr lerne ich die Business-Hotellerie im 4-Sterne Superior Mövenpick Hotel Stuttgart Airport kennen.

Letztes Jahr arbeitete ich in den Wochen nach der Praxisphase und vor dem dritten Semester auf der Baustelle und bei der Einrichtung unseres neuen „Meiser Design Hotel“ mit. Diese Erfahrung verbindet mich noch heute mit den Mitarbeitern des Hotels, die wochenlang großartig auf der Baustelle mitwirkten, um den rechtzeitigen Eröffnungstermin zu ermöglichen. Anfang diesen Jahres absolvierte ich dann die Ausbildereignung der IHK. Diesen Herbst ist ein Auslandssemester an der Universität von Kalifornien in Santa Barbara, USA, geplant. Zurzeit arbeite ich neben dem Studium bei uns im Betrieb im Bereich Marketing und Events.

Nach dieser Zeit möchte ich mit vollem Einsatz in den Familienbetrieb einsteigen. Ich freue mich auf die Zukunft im Unternehmen und auf neue Projekte. Ich bin meinen Eltern dankbar, dass ich immer frei und nach meinem Herzen entscheiden durfte, was ich später einmal machen möchte. Um in der Hotellerie langfristig erfolgreich zu sein, muss man das Geschäft auch lieben und leben. Mir ist es wichtig, dass sich unsere Mitarbeiter wohlfühlen und unsere Gäste fernab ihres Alltags einen außergewöhnlichen Aufenthalt erleben.