Mein Name ist Marlon Meiser, ich bin 21 Jahre alt, ein Familienmensch, Dorfkind mit Weltoffenheit und in unserem Familienbetrieb aufgewachsen, für den ich heute brenne.

Mit meinem Bruder Calvin habe ich seit der Kindheit den Weg bis zum Abitur zusammen bestritten. Wir sind sehr unterschiedlich, aber zusammengehalten haben wir immer. Es war eine tolle Kindheit zusammen mit meinen Geschwistern Calvin und Romy und unseren Cousinen.

Ich habe früher sehr gerne Fußball gespielt. Genau gesagt mehr gerne als gut. Deshalb habe ich nach einer Alternative zum Fußballspielen gesucht, ohne den Platz verlassen zu müssen. Mit 13 Jahren wurde ich dann ausgebildeter Fußball-Schiedsrichter. Ich war Jahrgangsjüngster und hatte damals sogar das beste Prüfungsergebnis des Jahrgangs. Da habe ich gemerkt, wie sehr man sich in eine Sache reinhängen kann, wenn man sich dafür begeistert.

Diese Leistung hat meine Motivation für die Schule in dieser Zeit nicht ganz wiedergespiegelt. Dort habe ich nämlich die meisten Jahre nur das Nötigste getan, bin aber immer gut damit durchgekommen. In den folgenden fünf Jahren als Schiedsrichter habe ich durch diesen Sport unglaublich viel gelernt: Volle Konzentration, vor allem in stressigen Situationen ruhig zu bleiben, schnell Entscheidungen zu treffen und zu diesen zu stehen, mit persönlichen Angriffen umzugehen und früh Verantwortung zu tragen, aber sich vor allem den dafür nötigen Respekt selbst zu erarbeiten.

Ich wollte den Beruf von der Pike auf lernen

Letzteres war auch entscheidend für mich, nach dem Abitur eine Berufsausbildung zu machen. Mein Patenonkel Armin machte mich auf den Ausbildungsberuf Hotelkaufmann aufmerksam. Er hat mir damals wie heute in solchen Situationen sehr geholfen, wofür ich ihm dankbar bin. Ich habe mir den Beruf angesehen und entschieden, dass ich genau das machen möchte. Schon damals nach dem Abitur stand für mich fest, dass ich später einmal in den Familienbetrieb einsteigen möchte. Ich habe schon als Jugendlicher bei uns im Betrieb gearbeitet, wollte den Beruf jetzt aber komplett von der Pike auf lernen und wirklich alle Bereiche eines Hotels durchlaufen.

In den ersten Monaten lernte ich beispielsweise Hotelzimmer zu putzen. 451 Zimmer in 8 Wochen um genau zu sein. Während meinen Hotelstationen lebte ich bereits mit 17 Jahren in Heidelberg, im Internat der Berufsschule in Villingen-Schwenningen sowie in Hamburg. In dieser Zeit wurde mir noch mehr bewusst, was die Hotelmitarbeiter in den einzelnen Abteilungen leisten. Mir ist es wichtig, alles schon selbst gemacht zu haben, um dies von anderen erwarten zu können. Ich denke als junger Mensch ist das der einzig richtige Weg, um sich den nötigen Respekt selbst zu erarbeiten.

Es war damals nicht einfach mich immer wieder alleine in ständig neuen Umgebungen zurecht zu finden, doch gerade daran konnte ich persönlich wachsen und tolle Menschen kennenlernen.

Ich bin meiner Familie dankbar

In Hamburg, wo ich während der Ausbildung im 5-Sterne-Hotel „Grand Elysee“ arbeitete, bin ich im April 2018 im Internet zufällig auf meinen jetzigen dualen Studiengang gestoßen: Unternehmertum an der Dualen Hochschule in Karlsruhe. Dieser ist für mich die perfekte Verbindung zwischen wirtschaftlichem Studium und Arbeiten im Familienunternehmen. Meine Ausbildung lief noch bis Januar 2019. Das Studium begann jeweils zum Wintersemester im Oktober. Ich musste mich also entscheiden, entweder ein Jahr zu warten oder parallel zur Ausbildung das Studium zu beginnen. Ich konnte es nicht abwarten und habe mich für die zweite Variante entschieden, obwohl diese Überschneidung mit viel Lernen verbunden war. Trotzdem konnte ich meine Ausbildung mit der Note 1,0 als abschlussbester Hotelkaufmann im Baden-Württemberg abschließen.

Ich bin meinen Eltern, Großeltern, sowie Onkel Armin und Tante Stefanie dankbar, dass sie immer für uns da sind und wir immer selbst frei entscheiden können. Von meiner Mama habe ich den Draht zum Umgang mit Menschen sowie meine extrovertierte Art. Von meinem Papa die Ruhe und Gelassenheit, die man vor allem im Geschäftsleben braucht. Meine Geschwister und ich haben bis heute so eine tolle Beziehung zu unseren Eltern, dass wir gerne gemeinsam Zeit verbringen und sogar Party machen. Ihr seid die Besten!