Brauchtum Von der Faszination Weihnachtsmann

Karola Schierle hat die Geschichte vom Wandel des heiligen Nikolaus zum Weihnachtsmann in einer Sonderausstellung im Wüstenroter Glas- und Heimatmuseum zusammengetragen.
Karola Schierle hat die Geschichte vom Wandel des heiligen Nikolaus zum Weihnachtsmann in einer Sonderausstellung im Wüstenroter Glas- und Heimatmuseum zusammengetragen. © Foto: Gustav Döttling
Gustav Döttling 05.01.2018
Das Glas- und Heimatmuseum Wüstenrot zeigt eine facettenreiche Weihnachtsausstellung.

Er ist winzig klein, rot, aus Blech und liegt in einer Holzdose. In deren Deckel auf schwarzem Samt funkeln drei glitzernde Schmucksteine wie kleine Sterne.

Die Dose sieht aus wie eine große Nussschale. Sobald auch nur ein Lufthauch die Dose berührt, beginnt der kleine Blechweihnachtsmann aus Costa Rica mit Armen und Beinen zu wackeln. Das kleine Kunstwerk ist eines von über 300 Ausstellungsstücken, die Karola Schierle in ihrer Winter-Sonderausstellung im Wüstenroter Glas- und Heimatmuseum vom ersten Advent 2017 bis zum Sonntag 28. Januar 2018 präsentiert. Die ehrenamtliche Kuratorin des Wüstenroter Museums hat aus vier Nikolaus- und Weihnachtsmannsammlungen außergewöhnliche Sammlerstücke zusammengetragen und in Themenbereiche gegliedert.

Bescherung am 6. Dezember

Im „Spiegelzimmer“ im Dachgeschoss des alten Rathauses steht in der Mitte eines Ausstellungstisches ein Globus mit fast 40 roten Punkten, die verschiedene Herkunftsländer von  Sammlerstücken markieren. Da finden sich exotische Bambus-Weihnachtsmänner aus China, diverse Exemplare aus den USA von New Orleans bis nach Hawaii. „Wir haben neben der Herkunft außerdem Ausstellungsbereiche für das Material aus dem die Figuren hergestellt sind, für geschichtliche Aspekte, Gebrauchsgegenstände oder auch Weihnachtsschmuck“, zählt Karola Schierle einige Ausstellungsabteilungen auf.

„Früher war ja der 6. Dezember der Tag der Bescherung durch den heiligen Nikolaus“, berichtet Karola Schierle. Für den Heiligen aus dem türkischen Myra hat sie eine eigene Ecke mit Sammlerstücken und Informationen eingerichtet. Erst die Reformatoren hätten das Christkind als Geschenke-Bringer und Knecht Ruprecht, auch Pelzmärte genannt, für das Bestrafen eingeführt. „Pelzen war früher prügeln, vor dem hatten selbst die Erwachsenen Angst“, so die Museumsleiterin. Märte sei Abkürzung für Martin gewesen.