Ingersheim Fehlende Steine sind Steine des Anstoßes

Gepflegter würden die Urnengräber auf dem Ingersheimer Friedhof aussehen, wenn sie nicht von selten gemähtem Gras umwuchert, sondern von Steinplatten ordentlich eingefasst wären, finden Helga Honig (rechts) und Marianne Kehl.
Gepflegter würden die Urnengräber auf dem Ingersheimer Friedhof aussehen, wenn sie nicht von selten gemähtem Gras umwuchert, sondern von Steinplatten ordentlich eingefasst wären, finden Helga Honig (rechts) und Marianne Kehl. © Foto: Ute Schäfer
Ingersheim / Ute Schäfer 14.11.2018
Die neuen Urnengräber in Ingersheim stehen in der Kritik. Am Donnerstag wird das Thema im Rat behandelt.

Ein Besuch in der Sprechstunde des Oberbürgermeisters, E-Mails und eine Anfrage in der Bürgerfragestunde des Gemeinderats: Helga Honig und ihre Schwester Marianne Kehl aus Ingersheim sind vor allem deswegen betrübt: „Wir haben noch überhaupt keine Reaktion bekommen. Dabei machen wir seit Mai an der Sache herum.“ Wobei sie einmal mit einem Mitarbeiter des Bauamts ein Gespräch geführt haben, allerdings ohne ein für die Schwestern zufriedenstellendes Ergebnis.

Nun ist auch Gemeinderätin Brigitte König (CDU) aufmerksam geworden und hat eine offizielle Anfrage an die Verwaltung gerichtet. Doch was ist der Stein des Anstoßes? Es sind die neuen Urnengräber auf dem Friedhof in Ingersheim, oder besser gesagt: deren fehlende Umrandung.

Die besteht bei den alten Urnengräbern aus Steinplatten, was die Anlage zugegebenermaßen etwas zugepflastert wirken lässt. „Aber man kann alles gut pflegen und es sieht ordentlich aus. Und man kann mit dem Rollator hin“, sagt Marianne Kehl. „Die Leute werden ja auch nicht jünger.“

Die neuen Urnengräber hingegen sind mit Gras umrandet. Das sieht zwar hübsch aus, wo das Gras gerade neu eingesät wurde. Doch wo es schon eine Weile lang nicht gemäht wurde und ein bisschen wuchert, sieht es nicht ganz so ordentlich aus. „Deshalb knien sich die alten Leute hin und schneiden mit ihrer Schere den Rasen kurz“, sagt Helga Honig. „Wenn Sie meine Mutter gekannt hätten, wüssten Sie, dass so ein ungepflegtes Grab gar nicht geht“, sagt Helga Honig, und Marianne Kehl fügt an: „Und sie selbst hat auch ein schönes Grab verdient.“ Natürlich würden die Mitarbeiter des Bauhofs den Friedhof pflegen. „Doch so regelmäßig, wie man mähen müsste, können die doch gar nicht vorbeikommen.“

Wenn wenigstens, meinen die beiden Schwestern und Stadträtin König, die Fläche zwischen den Gräbern befestigt werden könnte – „Rindenmulch langt ja“ –, dann würde das Umfeld des Grabs schon ordentlicher aussehen und leichter zu pflegen sein.

Was ist der Unterschied?

Die Schwestern haben auch andere Friedhöfe besucht. In Onolzheim zum Beispiel – und da zeigen sie Fotos – seien die neuen Urnengräber mit Bodenplatten umschlossen. Honig: „Jetzt frage ich mich, warum die Onolzheimer Platten haben dürfen, wir Ingersheimer aber nicht. Was ist der Unterschied zwischen den Friedhöfen?“ Vielleicht erhellt sich das am Donnerstag in der Ratssitzung. Da steht unter Tagesordnungspunkt 16.5: „Anfrage der CDU-Fraktion vom 4.10.2018/ Stadträtin Frau König. Befestigung Grabzwischenwege Friedhof Ingers-
heim“.

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