Führungskräften von morgen zeigen, dass wirtschaftliches Handeln und die Einhaltung ethischer Normen zusammengehören, das hat sich die von Dr. Manfred Wahl und seiner Frau Marianne ins Leben gerufene Stiftung "Wirtschaft und Ethik" zum Ziel gesetzt. Der bei den Graduierungsfeiern am Bad Mergentheimer Campus der Dualen Hochschule zum dritten Mal an die Absolventen Jennifer Ullrich (International Business), Lisa-Madeleine Model (Gesundheitsmanagement) und Kilian Reichert (Food Management) vergebene "Wirtschaft-und-Ethik"-Preis ist bisher das sichtbarste Zeichen der Stiftungsaktivitäten. Sie würdigte Absolventen, die sich bei ihren Bachelor-Themen besonders mit der Frage ethischer Normen im wirtschaftlichen Handeln auseinandergesetzt haben.

In der Finanzkrise 2008 "mussten wir erleben, wie Manager Milliardenverluste verantworten und dann auch noch Boni kassieren", beschreibt Dr. Manfred Wahl, Initiator der Stiftung "Wirtschaft und Ethik", seine schockierenden Eindrücke. Der seit einigen Jahren in Bad Mergentheim lebende frühere Europa-Vizepräsident des Weltkonzerns IBM und spätere Unternehmensberater Dr. Manfred Wahl und seine Ehefrau Marianne wollten ein Zeichen dagegen setzen. "Früher war die Bezeichnung Manager eine Anerkennung, das war ein Ehrbegriff", erinnert sich Dr. Manfred Wahl. Heute ist die Wahrnehmung oft eine andere. Das gefällt Manfred Wahl nicht. Er selbst war unter den ersten Absolventen der Harvard Business School in Lausanne und die Frage der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften begleitete ihn während seines ganzen Berufslebens.

Dass wirtschaftliches Handeln und ethische Normen zusammengehören, das wollen er und seine Frau mit der Stiftung demonstrieren und fördern. Mit einem sechsstelligen Betrag statteten Manfred und Marianne Wahl die Stiftung aus, gemeinsam mit Peter Schillinger aus der Wirtschaftsprüfer- und Steuerberater-Kanzlei BVS bilden sie den Stiftungsvorstand. Erste sichtbare Aktivität war der anfangs mit 500 Euro und inzwischen mit jeweils 1000 Euro dotierte, an Absolventen des Bad Mergentheimer Campus vergebene Preis. Er fördert Arbeiten, in denen das Thema "Wirtschaftsethik" einen besonderen Akzent genießt. Eine Jury entscheidet über die Vergabe. Auch ein Vortrag von Claus Hipp, in dessen Unternehmen ethische Grundsätze zur Firmenpolitik gehören, am Campus wurde von der Stiftung gefördert. "Wir möchten die Stiftung ein bisschen öffentlichkeitswirksamer präsentieren", kündigt Peter Schillinger an. Ziel ist es nicht nur, das Anliegen der Stiftung publik zu machen und das Interesse zu fördern, sondern auch Projekte zu finden, die von der Stiftung unterstützt werden können. Der Bogen ist weit gespannt: Zum einen steht die Unterstützung der Wissenschaft und Forschung im Hinblick auf die Förderung ethischer Normen in der Führung von Unternehmen auf dem Programm.

Wenn das Thema in einer entstehenden Doktorarbeit eine Rolle spielt, wäre zum anderen beispielsweise ein Stipendium denkbar. Ebenso gut aber können auch schulische Projekte unterstützt werden. Deshalb sollen auch insbesondere Lehrer und Schulleitungen ermuntert werden, sich der Thematik zu stellen. Wichtig ist Manfred und Marianne Wahl, dass sie mit ihrer Stiftung anregen wollen, sich mit den Fragen und dem Zusammenspiel von Wirtschaft und Ethik zu beschäftigen. Dr. Manfred Wahl: "Wirtschaftliches Handeln unter Einhaltung ethischer Normen führt nachhaltig zum Erfolg."

Beispiele, dass dieses Thema erkannt ist und einen Stellenwert genießt, die gibt es. Peter Schillinger verweist auf ein evangelisches Internat am Bodensee. Dort steht "Wirtschaft und Verantwortung" als Thema auf dem Stundenplan. Solche Beispiele verdienen nach Meinung des Stifterehepaars Wahl Nachahmer.

Info Wer Interesse an der Stiftung "Wirtschaft und Ethik" hat oder ein Projekt vorschlagen möchte, kann sich an den Stiftungsvorstand Peter Schillinger unter schillinger@kanzlei-bvs.de wenden.