Crailsheim Kuwo: Es hat geregnet – na und?

Die Gruppe Eventi Verticali aus Italien gestaltete die 20. Krannummer im Rahmen des Crailsheimer Kulturwochenendes, und sorgte mit ihrer Darbietung anlässlich des Jubiläums für viele Aaaahs und Oooohs auf dem Schlossplatz.
Die Gruppe Eventi Verticali aus Italien gestaltete die 20. Krannummer im Rahmen des Crailsheimer Kulturwochenendes, und sorgte mit ihrer Darbietung anlässlich des Jubiläums für viele Aaaahs und Oooohs auf dem Schlossplatz. © Foto: Bernhard Salzer
Crailsheim / Andreas Harthan 23.07.2018
Trotz des schlechten Wetters kommen tausende Besucher aus nah und fern nach Crailsheim, um sich von Künstlern aus aller Welt unterhalten, überraschen und verzücken zu lassen.

Des Bauern Freud ist des Kuwo-Machers Leid. So sehr der ergiebige Regen am Wochenende die Sorgenfalten der Landwirte geglättet hat, so sehr hat das viele Nass für Stirnrunzeln bei den Verantwortlichen des Kulturwochenendes gesorgt. Aber letztendlich ging alles gut. Zwar musste der eine oder andere Auftritt räumlich oder zeitlich verlegt werden, aber kein einziger fiel ins Wasser.

Zudem ließen es sich viele Menschen nicht nehmen, das Festival zu besuchen. Sie trotzten insbesondere am Samstag  mit Schirmen und Mänteln dem Regen. Und wer keinen Regenschutz dabei hatte, der machte es wie einst der Schauspieler Gene Kelly, der im Regen tanzte – und dabei ein glücklicher Mensch war.

Geglücktes Jubiläum

Auch die 23. Auflage des Kulturwochenendes bot ein in seiner Vielfalt und Qualität beglückendes Programm. Allein die Krannummer am Samstagabend auf dem Schlossplatz war ein absoluter Hingucker. Seit 1999 ist diese Nummer im Kuwo-Programm und für viele Besucher der Höhepunkt des viertägigen Spektakels in Crailsheim. Was die italienische Gruppe Eventi Verticali zum 20-jährigen Bestehen der Krannummer bot, war voll und ganz jubiläumswürdig, zeigte, was heutzutage in diesem sehr speziellen Bereich der Artistik alles möglich ist.

Crailsheim statt Sydney

Wenn rund 100 Künstlerinnen und Künstler eine Kleinstadt zu einer Kulturmetropole machen, und so erfahrene Kulturkenner wie Ernst Hans Stutz, Magnus Krause und all die anderen Mitglieder des Arbeitskreises Kulturwochenende das Programm verantworten, dann fällt es schwer, aus der Fülle der beeindruckenden Aufführungen die eine oder andere hervorzuheben. Im Gedächtnis haften bleibt auf jeden Fall das englische Musik- und Comedy-Duo Carrington & Brown. Die beiden sind nicht nur witzig, sondern können auch so was von gut singen, dass man sich fragt, warum sie  mit ihren wunderbaren Opern-Stimmen nicht auf den ganz großen Bühnen der Welt auftreten. Aber sie gastieren eben lieber auf der Kuwo-Bühne in Crailsheim – auch weil sie wissen, dass hier ein fachkundiges Publikum wartet.

Hoher Besuch

Das Kuwo ist längst in die Champions League der europäischen Kulturfestivals aufgestiegen, das beweisen nicht nur die Namen derjenigen Künstler, die hier auftreten, das belegt auch der Besuch von Margit Knittel. Die Belgierin gehört zu der Handvoll Menschen, die die Festivalszene in Europa dominieren. Sie ist Mitorganisatorin des Straßentheater-Festivals in Ypres, eine der besten Adressen in diesem Kulturbereich. Sie wollte sich unbedingt mal das Kuwo in Crailsheim anschauen, und stand am Samstagabend – sehr zur Freude von Ernst Hans Stutz, dem Sprecher des Kuwo-Arbeitskreises – plötzlich auf dem Schweinemarktplatz. Ihr Besuch darf durchaus als eine Art Ritterschlag für die Kuwo-Macher verstanden werden.

Auch Knittel weiß nun, dass das Kulturwochenende – auch wenn es regnet – nicht nur für Weltoffenheit steht, sondern auch für Lebensfreude. In Crailsheim gab’s am Wochenende viele Gene Kellys, die mit Gesang und Tanz dem Regen getrotzt haben.

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