Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun.“ Als Dr. Christoph Grimmer diesen Satz von Mahatma Gandhi zitierte, war klar, das der Crailsheimer Oberbürgermeister am Mittwoch im Hangar nicht über irgendetwas redete, sondern über etwas Großes: Über die Bewerbung der Stadt, eine Landesgartenschau ausrichten zu dürfen. Grimmer hob hervor, dass es bei solchen Veranstaltungen schon lange nicht mehr um Blümchenschauen geht, sondern um nachhaltige Stadtentwicklung.

„Bestes Konjunkturprogramm“

Für Heilbronns Baubürgermeister Wilfried Hajek (in der Stadt am Neckar beginnt in wenigen Wochen eine Bundesgartenschau) liegt der besondere Wert solcher Veranstaltungen darin, dass sie wie Katalysatoren wirken: „Sie bündeln Kräfte und beschleunigen Prozesse.“ Auch für seinen Crailsheimer Amtskollegen Jörg Steuler steht ihr Sinn außer Zweifel: „Sie sind das beste Konjunkturprogramm.“

Stadt nimmt Kurs Richtung Landesgartenschau

Landesgartenschau Stadt nimmt Kurs Richtung Landesgartenschau

Allerdings weiß der neue Bürgermeister der Stadt, der ein erfahrener Verwaltungsmann ist, auch, dass bis dahin „noch dicke Bretter gebohrt werden müssen“. Auch deshalb, weil sich Crailsheim nicht alleine bewerben wird. Es wird konkurrierende Kommunen im Land geben, die auch alles in ihrer Macht Stehende tun werden, um den Zuschlag zu erhalten. Und deshalb, so Steuler, gehe es letztendlich nur um eines: „Wir müssen die beste Bewerbung abgeben.“

Das gelingt nur, so sein Heilbronner Amtskollege, „wenn der Funke auf die Bürgerschaft überspringt“. Steuler brachte es so auf den Punkt: „Wir müssen die Herzen der Crailsheimer erreichen.“ Wohl auch deshalb saßen am Mittwochabend alteingesessene Crailsheimerinnen und Crailsheimer wie Ulrike Durspekt-Weiler und Heribert Lohr auf dem Podium. Die ehemalige Stadträtin und Bundesverdienstkreuzträgerin steht mit ganzem Herzen hinter der Bewerbung. Schon allein deshalb, „damit aus dem Fluss, der mitten durch die Stadt fließt, endlich etwas gemacht wird“. Der bisherige Umgang mit der Jagst sei „geradezu sträflich“. Für Lohr, den Vorsitzenden des Stadtmarketing-Vereins, ist die Bewerbung eine „historische Chance für Crailsheim“. Seit der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg sei die Stadt eher eine Getriebene in ihrer Geschichte gewesen, nun habe sie erstmals die Chance, das Heft des Handelns in die Hand zu nehmen.

„Schätze“ in der Stadt

Einer, der von der Crailsheimer Bewerbung schon begeistert ist, ist der Stuttgarter Landschaftsarchitekt Christof Luz. Im Auftrag des Gemeinderates hat er sich in den vergangenen Monaten Gedanken darüber gemacht, wo eine Gartenschau in der Stadt stattfinden könnte. Er spricht von „Schätzen, die noch gehoben werden müssen“. Besonders im Blick hat er den Bereich um den Wasserturm und den Stadtteil Türkei. Rund um den Wasserturm hat er schon einen Erholungspark mit Erlebnischarakter vor Augen und hat auch schon einen Namen: Gleisdreieck. Und in der „Türkei“ kann er sich Leben und Wohnen vorstellen „in Formen, die wir heute noch gar nicht kennen“. Angetan von Crailsheim ist auch Dr. Anna Schwan, die Chefin der Hamburger Agentur Schwan. Sie sorgt für die mediale Begleitung der Bewerbung. Schwan sieht die Chance, dass Crailsheim endlich auch auf überregionaler Bühne sichtbar wird.

Das könnte dich auch interessieren: