Mit schwungvollen Sambatänzen sorgte die frischgebackene Grünen-Stadträtin in Schwäbisch Hall, Damiana Koch, zum Festauftakt für gute Stimmung unter den Mitgliedern und Freunden der grünen Partei. Sie ließ die anwesenden Parlamentarier mit der Bundesvorsitzenden vorneweg erst mal vortanzen, bevor die ihre Ansprachen ans grüne Parteivolk richten konnten.

Nach den Wahlen: Grüne sind im Land gut aufgestellt

Bundestagsabgeordneter Harald Ebner hatte das Fest zusammen mit den Mitarbeitern vom Quellhof, des Seminarhauses für Natur- und Erlebnispädagogik an der Jagst, organisiert. Einen wichtigen Grund zum Feiern sah er im erfolgreichen Abschneiden seiner Partei bei den zurückliegenden Kommunalwahlen, bei denen die Grünen im Land rund 240 neue Mandate hinzugewonnen haben. Im Landkreis Schwäbisch Hall seien die Grünen jetzt "super verankert", so Ebner. Hart indes ging er mit der "Merkelschen Dialektik" ins Gericht. Der Abgeordnete warf der schwarz-roten Bundesregierung unter anderem ein "Rumgeeiere" im gesetzlichen Umgang mit der Agro-Gentechnik vor - im Übrigen Ebners Spezialthema.

In einem Grußwort würdigte Kirchbergs Bürgermeister Stefan Ohr die Verdienste der beiden langjährigen Grünen-Stadträte Bernard Cantré und Ludwig Kron, deren konstruktive Beiträge "dem kommunalpolitischen Diskurs in Kirchberg stets gut getan" hätten. In Sachen Schulpolitik richtete der Schultheiß jedoch deutlich kritische Worte an die grün-rote Landesregierung, die die folgende Rednerin aus dem Stuttgarter Parlament, Muhterem Aras nicht so stehen lassen wollte. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen im Landtag ist auch Mitglied im Bildungsausschuss und hob den Einsatz der Landesregierung beim Ausbau der Krippensituation sowie in der Schulsozialarbeit hervor.

Bundesvorsitzende Simone Peters zeigte sich beeindruckt von der Erfolgsbilanz der Grünen in Baden-Württemberg, besonders im Landkreis Schwäbisch Hall. Sie dankte allen Wahlkampfhelfern und sensibilisierte ihre Zuhörer rhetorisch brillant auf die kritischen Fragen beim geplanten transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den USA. Die frühere Umweltministerin des Saarlandes warnte eindringlich davor, dass die mühsam erreichten gesetzlichen Standards in den Bereichen Ökologie, Soziales und Verbraucherschutz dabei durch das Diktat globaler Konzerne ausgehebelt würden.

Bei virtuosen Klangvariationen des Duos "Magic Acoustic Guitars" aus Wolpertshausen war nach dem offiziellen Teil in legerer Runde noch genügend Gelegenheit, mit den Abgeordneten weiter ins Gespräch zu kommen.