Städtepartnerschaft Er steckt andere mit Begeisterung an

Andacht während des Onolzheimer Hammeltanzes: Pfarrer Mindaugas Kairys sprach ein Grußwort. Das Bild zeigt ihn mit Pfarrerin Elke Maier (Mitte) und Begleiterin Jurgita aus Jurbarkas.
Andacht während des Onolzheimer Hammeltanzes: Pfarrer Mindaugas Kairys sprach ein Grußwort. Das Bild zeigt ihn mit Pfarrerin Elke Maier (Mitte) und Begleiterin Jurgita aus Jurbarkas. © Foto: privat
Crailsheim / Ute Schäfer 01.12.2018

Hätte ich gewusst, dass in Onolzheim so toll gefeiert wird, wäre ich nicht schon wieder am Hammeltanz-Montag in der Frühe abgereist“, gestand Pfarrer Mindaugas Kairys aus Jurbarkas, Crailsheims Partnerstadt in Litauen.

Aber nun weiß es Kairys besser. Die Onolzheimer bezogen ihn ganz selbstverständlich in das bunte Treiben mit ein und ließen ihn am Tag vor dem Umzug sogar in die Scheunen spickeln, in denen den Festwagen der letzte Schliff verliehen wurde. „Das war auch eine Premiere für mich. Wir waren überall willkommen“, erzählt die Onolzheimer Pfarrerin Elke Maier, die ihren litauischen Kollegen bei der Runde durch den Ort begleitete.

Auch beim traditionellen An- trittsbesuch der Hammeltänzer bei der Pfarrerin war Pfarrer Kairys selbstredend dabei. Er habe sich beim Getränkeausschank bestens bewährt, hieß es hernach. „Die ganze Gesellschaft hat die Onzamer Kärwe hochleben lassen“, berichtet Pfarrerin Maier.

Sie kennt Pfarrer Kairys und seine projektbezogene diakonische Aufbauarbeit in Litauen als Beauftragte des Gustav-Adolf-Werks für die Kirchenbezirke Crailsheim und Blaufelden schon seit einigen Jahren. Die Kirchengemeinde Onolzheim unterstützt Kairys jährlich mit dem Weltmissionsopfer.

Für ganz Litauen zuständig

Pfarrer Kairys betreut nicht nur als Gemeindepfarrer vier Gemeinden in der evangelischen Diaspora, sondern ist als Diakoniepfarrer für ganz Litauen zuständig. „Mit unglaublicher Tatkraft und unter Verwendung von Geld- und Sachspenden aus dem Ausland betreibt er verschiedene sozial-diakonische Projekte als Zeichen der Hoffnung für die Menschen seiner Gemeinden“, erzählt Pfarrerin Maier. Da gibt es etwa ein Drogen-Rehabilitationsprojekt in einem Vorort von Kaunas. Im Spätsommer sind die ersten Bewohner eingezogen, die durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wieder in die Gesellschaft zurückgeführt werden sollen.

Auch was Kairys sonst auf die Beine stellt, ist schier unglaublich. Aber er schafft es immer wieder, andere mit seiner eigenen Begeisterung anzustecken und zur Mitarbeit zu motivieren. Kirchenruinen, die ihm vom Staat überlassen werden, baut er wieder auf und schafft so Orte der Gottesbegegnung und der Muse.

In der wiedereröffneten Kirche von Vilkyskiai finden zum Beispiel in Litauen weit beachtete Konzerte statt, deren Erlös den sozial-diakonischen Projekten zugutekommt. Im Herbst wurde im Pfarrhof ein Waisenhaus eröffnet. In Smalininkai wird nächstes Jahr im Sommer ein Workshop des evangelischen Jugendwerks stattfinden, um die geplante Tagessozialstation für sozial benachteiligte Jugendliche fertig zu bauen. Und so weiter.

„Meilensteine der Hoffnung“

„All diese Projekte sind Meilensteine der Hoffnung für die dort lebenden Menschen, und Pfarrer Mindaugas Kairys hat uns die Augen dafür geöffnet, was Diakonie gegen allen Augenschein und mit wenig finanziellen Mitteln aufbauen und bewirken kann“, zeigt sich seine Kollegin Elke Maier regelrecht begeistert.

Dennoch braucht Pfarrer Kairys natürlich laufend Hilfe – auch finanzieller Art. Die Kirchengemeinde Onolzheim will ihn dabei unterstützen und startet deshalb diesen Spendenaufruf und verspricht, dass das Geld direkt und ohne Abzüge nach Litauen weitergeleitet wird.

Und dies ist die Spendenkontonummer: Sparkasse Schwäbisch Hall-Crailsheim DE18 6225 0030 0000 0041 61, Stichwort „Litauischer Pfarrer“.

Info Wer sich selbst ein Bild über die Arbeit von Pfarrer Kairys machen möchte, kann am Sonntag, 6. Januar, um 10 Uhr in die Marienkirche Onolzheim kommen. Der Kirchengemeinderat berichtet dort im Gottesdienst.

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