Crailsheim / Ralf Mangold Vier Gemeinderatskandidaten beantworten bei einer Infoveranstaltung des Jugendgemeinderats Fragen von Jungwählern aus dem ASG und der Eichendorffschule.

Interesse für Kommunalpolitik sollte diese Infoveranstaltung des Jugendgemeinderats wecken. Alle Schulen wurden im Vorfeld angeschrieben. Ein paar Klassen beziehungsweise Kurse des ASG und der Eichendorffschule haben nun daran teilgenommen. Für die beruflichen Schulen gibt es einen weiteren Termin, und zwar am 17. Mai in der Aula des Berufsschulzentrums.

Als Erstes erklärte Benedikt Egetemeyr vom Jugendgemeinderat den Schülerinnen und Schülern ausführlich das richtige Ausfüllen der Stimmzettel bei der doch recht komplizierten unechten Teilortswahl. Danach stellte er Fragen an die fünf Bewerber für einen Sitz im Crailsheimer Gemeinderat. Dabei kam jede Fraktion zu Wort, um ihre Position bei wichtigen Themen in Crailsheim den Jungwählern darzulegen. Auf dem Podium saßen langjährige Gemeinderatsmitglieder wie Peter Gansky (Bürgerliste Crailsheim) oder Markus Schmidt (Grüne), aber auch neue Kandidaten wie Andreas Hofmann (AWV), Andreas Trumpp (CDU) und Jeremy Tietz (SPD).

„So eine Veranstaltung ist eine wunderbare Sache, um Erstwähler zu informieren“, so Tietz, der zukünftig den Jugendgemeinderat als Sprachrohr der Jugendlichen stärken will, sollte der SPD-Mann erstmals in den Gemeinderat gewählt werden. Die Jugendlichen sollen sich auch bei wichtigen Themen einbringen können, die sie betreffen, wie beispielsweise beim Neubau des Hallenbads. „Crailsheim soll eine bunte Stadt werden, die auch für junge Menschen attraktiv ist.“

Mehr als 300 Kinder und Jugendliche wollen in Hall über das Streiken hinaus aktiv werden.

Treffs für Jugendliche schaffen

Treffpunkte und Räume für Jugendliche will Markus Schmidt schaffen, ohne dass hier konsumiert werden müsse. Sehr am Herzen liegen dem Fraktionsvorsitzenden der Grünen der ÖPNV und die Radwege, „damit junge Menschen mobil sein können“. Kritisch sieht er hingegen den Jugendgemeinderat. „Das ist eine von Erwachsenen geschaffene Institution, die allein nicht selig machen kann. Lasst euch mit so etwas nicht abspeisen“, forderte Schmidt. „Die gewählten Vertreter des Gemeinderats müssen sich um die Belange von euch kümmern.“

Beim Thema Umwelt- und Klimaschutz müsse sich jeder an die eigene Nase fassen, so Peter Gansky von der Bürgerliste. Auch er schätzt den Jugendgemeinderat als zu institutionalisiert und deshalb nicht jugendgemäß ein. Um ihn zu stärken, sollten mehr Gemeinderäte den Sitzungen des Jugendgremiums beiwohnen. Zudem wünsche er sich weitere Räumlichkeiten für Jugendliche und eine größere Unterstützung der Vereine.

Als wichtigen Anstoß zum Nachdenken sieht Andreas Trumpp von der CDU die Demonstrationen im Rahmen von „Fridays for Future“. Er sieht den Jugendgemeinderat als ersten Ansprechpartner für die Jugendlichen und will die Innenstadt mit Gastronomiebetrieben beleben. Alle Gemeinderäte, Parteien und Kandidaten sollten zukünftig Veranstaltungen anbieten, um mit den Jugendlichen direkt in Kontakt zu treten. Außerdem will er nicht nur die Innenstadt attraktiver gestalten, sondern auch die Stadtteile.

Die Fridays for Future haben mit ihren Forderungen einen wichtigen Schritt hin zur politischen Bewegung gemacht. Ein Kommentar von Igor Steinle.

„Demonstrieren gehört zum Wesen der Demokratie“, so Andreas Hofmann (AWV). Er forderte die Jugendlichen auf, Crailsheim mitzugestalten. Als beste Möglichkeit, sich als junger Mensch einzubringen, sieht er den Jugendgemeinderat als Vertretung der jungen Generation. Zudem forderte er mehr Transparenz bei der Arbeit der Politiker.

Danach galt es für die fünf Kandidaten noch, Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Eine davon lautete: „Welches Projekt würden Sie zuerst umsetzen, wenn Sie gewählt worden sind?“ Einhellig lauteten die Antworten von Jeremy Tietz, Markus Schmidt und Peter Gansky: „Fahrradwegenetz und ÖPNV verbessern“. Gansky wünscht sich zudem eine neue Sporthalle. Andreas Hofmann will die Kommunikation mit und den Informationsfluss zu den Bürgern verbessern. Andreas Trumpp wird sogar noch konkreter und schlägt eine Bürgersprechstunde vor. Zudem will er sich Anregungen holen aus den Jugendangeboten anderer Städte.

Interesse an der Politik wecken

„Eine gute Veranstaltung, um die Jugendlichen darauf aufmerksam zu machen, zur Wahl zu gehen“, lautete das Fazit von Theresa Frech. Sie hofft, dass dadurch das Interesse an der Politik größer wird. Die Crailsheimerin, die sich im Jugendgemeinderat engagiert, darf bei den bevorstehenden Kommunalwahlen erstmals selber wählen. „Ich weiß schon, wen ich wähle“, hat sich die 18-jährige ASG-Schülerin bereits im Vorfeld festgelegt. „Aber für den ein oder anderen war der Vormittag sicherlich eine gute Entscheidungshilfe.“

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