Hohenstadt Entdeckte Urkunden bestätigen Echtheit des Hohenstadter Patrizius-Reliquiars

Dr. Martin Häußermann und Wolfgang Pander mit dem Reliquiar des Heiligen Patrizius vor dem Hochaltar der Wallfahrtskirche Hohenstadt. Das Reliqiuar soll einen Knochenpartikel des Heiligen enthalten.
Dr. Martin Häußermann und Wolfgang Pander mit dem Reliquiar des Heiligen Patrizius vor dem Hochaltar der Wallfahrtskirche Hohenstadt. Das Reliqiuar soll einen Knochenpartikel des Heiligen enthalten. © Foto: Wolfgang Fath
Hohenstadt / WOLFGANG FATH 12.03.2015
Das Reliquiar des Heiligen Patrizius in der Wallfahrtskirche Hohenstadt ist echt. Das ist durch Dokumente und Urkunden belegt, die nun zufällige im Hohenstadter Pfarrhaus entdeckt wurden.

Bei Aufräumarbeiten kann man gelegentlich auch mal Unerwartetes entdecken. Wolfgang Pander, der 2. Vorsitzende des Kirchengemeinderates der katholischen Kirchengemeinde Mariä Opferung in Hohenstadt, hat vor etwa fünf Wochen zusammen mit einem Schreiner im Pfarrhaus in Hohenstadt einen Schrank ausgeräumt. In einem Karton entdeckten die beiden ein Bündel mit Urkunden, das offenbar lange Zeit unbeachtet geblieben ist.

Der Fund hat Wolfgang Pander und dem Kirchengemeinderat und Oberarchivrat Dr. Martin Häußermann viel Freude bereitet. Leider komme er einige Jahre zu spät, bedauerte Dr. Martin Häußermann, der die lateinisch verfassten Urkunden sowie die in Sütterlinschrift handgeschriebene Schenkungsurkunde übersetzt hat.

Denn 2011, zum 300-jährigen Jubiläum der Hohenstadter Wallfahrtskirche, hat er zusammen mit Wolfgang Pander ein Buch über die Geschichte der Kirche geschrieben. Die jetzt gefunden Dokumente hätten dafür wichtige Informationen geliefert.

In der Wallfahrtskirche gibt es ein Reliquiar des Heiligen Patrizius, welches Heinrich Graf Adelmann am 17. März 1889 der Kirchengemeinde geschenkt hat. Der Zufallsfund von Wolfgang Pander brachte nun die Urkunden zutage, welche die Echtheit der Reliquie des Heiligen Patrizius bestätigen.

Heinrich Graf Adelmann hatte am 26. Juni 1888 in Berlin vom Regens des bischöflichen Seminars in Mainz, Dr, Dr, h.c. Christoph Moufang das Reliquiar nebst einer am 10. April 1888 in Rom datierten originalen Beglaubigung über die Echtheit der Reliquie des Heiligen Patrizius zum Geschenk erhalten. Heinrich Graf Adelmann von Adelmannsfelden zu Hohenstadt war zu dieser Zeit königlicher Kammerherr und Mitglied des Deutschen Reichstages. Zu jener Zeit, konkret von 1878 bis 1903, war Papst Leo XIII im Amt.

Auch die Urkunde, mit welcher das bischöfliche Ordinariat in Rottenburg am 5. März 1889 dem Pfarramt in Hohenstadt die Aussetzung der Reliquie zur Verehrung und einigemal im Jahr zum Segenspenden genehmigte, war in dem Bündel enthalten. Joannes Baptista Scalabrini, Hausprälat des Papstes und päpstlicher Thronassistent sowie Bischof von Piacenza und Como, bestätigte am 12. August 1890 ebenfalls mit einer nun wieder aufgefundenen Urkunde, dass das Reliquiar einen Partikel aus den Gebeinen des Heiligen Bischofs und Bekenners Patrizius enthält. Am Festtag des Heiligen Patrizius am 17. März jeden Jahres sowie bei der am jeweils darauf folgenden Sonntag stattfindenden Reitersegnung wird mit dem Reliquiar der Segen gespendet.

Info Das traditionelle Patriziusfest findet am Sonntag, den 22. März statt. Den Festgottesdienst hält Erzbischof Dr. Anton Kuriakose Bharanikulangara um 10 Uhr in der Wallfahrtskirche, die Reitersegnung findet am Nachmittag um 14.30 Uhr statt.

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