Frickenhofen Elf Kilometer Heimatgeschichte

Frickenhofen / CORNELIA KAUFHOLD 31.05.2014
Seit drei Jahren arbeiten sie an dem "Kultur- und Landschaftspfad Frickenhofer Höhe". Die Dorfgemeinschaften Frickenhofen, Mittelbronn und Rotenhar geben jetzt Gas. Sie wollen den Weg nächstes Jahr einweihen.

Manche bezeichnen sie als "schwäbische Toskana". Die Frickenhofer Höhe kann außer mit ihrer Landschaft mit heimatgeschichtlichen Besonderheiten punkten. So gab es früher ein Bergwerk in Mittelbronn, in Frickenhofen wuchs der kleine Friedrich auf, der später als Architekt des Wiener Rathauses berühmt wurde, es gibt Köhlerhütten und einen Pfarrer namens Kirschenesser - in der Literatur auch als Kirschenbeißer bekannt, der im Bauernkrieg eine Rolle spielte, und noch viel, viel mehr auf der Frickenhofer Höhe zu entdecken. - Der elf Kilometer lange Kultur- und Landschaftspfad umfasst 15 Stationen. Vom Kohle- und Vitriolbergwerk in Mittelbronn führt der Weg nach Frickenhofen, wo Freiherr von Schmidt und Pfarrer Kirschenesser dargestellt werden. Beim alten Wasserturm, den die Frickenhofer mit viel Schweiß renoviert haben, will Uli Noller über die Wasserversorgung früher und heute informieren. Vorbei am Steinkreuz - es ist bereits im Prospekt des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald aufgeführt - und den Hohentannen führt der Weg durch Rotenhar, auf Waldwegen von Hohenohl zum Joosenhof. Feuchtbiotope, ein Barfußpfad und eine Köhlerplatte gibt es unterwegs zu entdecken, bis man nach der ehemaligen Sägemühle zur Kapelle in Mittelbronn aufsteigt und hier den Rundweg beendet. Bei einer Wanderung am 29. Juni stellt die Arbeitsgemeinschaft Kultur- und Landschaftspfad die Route vor und wirbt dabei um Mithelfer. Die werden dringend benötigt, soll das Projekt tatsächlich bis nächstes Jahr fertig werden. Zwar gibt es die Arbeitsgemeinschaft mit je drei Vertretern jeder Dorfgemeinschaft, die über die Strecke, die Inhalte, die Ausgestaltung et cetera pp. diskutiert. "Wir brauchen jetzt vor allem handwerkliche Unterstützung", sagt Walter Hees von der Dorfgemeinschaft Frickenhofen. Die Macher haben sich zudem einen Profi geholt, Planer Uwe Hiller vom Büro Geo-bit in Schorndorf, der sie bei der Umsetzung des Projekts unterstützt. Bernhard Drixler vom Naturpark, sagt Hees, hat als Externer mehrere Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft besucht, und "besonders viel Unterstützung bekommen wir von Wolfgang Kienzle vom Forststützpunkt Hohenohl". Die Arbeitsgemeinschaft holt sich weitere Fachleute von außen - "wir sind alle nur Amateure", meint Eberhard Zimmer, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Gschwend und Umgebung. Neben dem endgültigen Namen des Projekts beschäftigt die Arbeitsgemeinschaft zurzeit, wie der Kultur- und Landschaftspfad möglichst familienfreundlich gestaltet werden kann. Ihr bleibt noch viel zu tun.

Finanzierung

Fördergeld Mit 25 000 Euro Kosten kalkulieren die drei Dorfgemeinschaften Frickenhofen, Mittelbronn und Rotenhar für ihr Gemeinschaftsprojekt Kultur- und Landschaftspfad Frickenhofer Höhe. Diese Summe können die Macher nicht aus ihrer Vereinskasse zahlen, sie sind auf Sponsoren angewiesen. Die Raiffeisenbank Mutlangen und die Kreissparkasse Ostalb haben ihre Unterstützung signalisiert. Bernhard Drixler, Geschäftsführer des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald, gefällt das Projekt ausnehmend gut. Deshalb beantragen die Dorfgemeinschaften beim Naturpark Fördergelder. Bis Herbst muss der Antrag vorliegen. In welcher Höhe der Naturpark den Kultur- und Landschaftspfad unterstützen wird, ist offen. Die Folgekosten, also Unterhaltung und Instandsetzung der einzelnen Stationen, trägt die jeweils verantwortliche Dorfgemeinschaft.

KA

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