Kupferzell Elektro-Stadtbus ist leiser als die Diesel-Variante

Fachdienstleiter Matthias Mayer ( Landratsamt Hohenlohekreis, rechts vorne) hat das Mikrophon auf ein Dreibein montiert und hält das Messgerät in der Hand. Radiojournalist Harald Holz nimmt ebenfalls das Rollgeräusch des Elektrobusses auf. Firmenfoto
Fachdienstleiter Matthias Mayer ( Landratsamt Hohenlohekreis, rechts vorne) hat das Mikrophon auf ein Dreibein montiert und hält das Messgerät in der Hand. Radiojournalist Harald Holz nimmt ebenfalls das Rollgeräusch des Elektrobusses auf. Firmenfoto
Kupferzell / SWP 18.11.2014
Der neue Elektrobus von Ebus-Europa ist leiser als ein dieselbetriebener Euro-VI-Stadtbus. Das ist das Ergebnis einer öffentlichen Messung. Der E-Bus fährt mit einem Radnabenantrieb der Künzelsauer Firma Ziehl-Abegg.

Eine Menschentraube an einer Haltestelle: Diese will aber nicht in Busse einsteigen, sondern sie "nur" hören. Im Kupferzeller Teilort Westernach, vor dem Gemeindekindergarten an der Seestraße, war die Messstelle aufgebaut. Die Messung lief unter der Regie des Landratsamtes Hohenlohekreis. Matthias Mayer, Fachdienstleiter Immissionsschutz, nahm die Messung vor. Vertreter von mehreren Busunternehmen, öffentlicher Nahverkehrsbetriebe und aus Politik wie Verwaltung verfolgten die Messungen, heißt es in einer Pressemitteilung.

Gefahren wurde jeweils mit einem 12-Meter-Stadtbus. Der Dieselbus war keine vier Wochen alt und erfüllte mit seinen Dieselmotoren die aktuelle EU-Vorgabe für die Abgasnorm (Euro VI). Der Blue-City-Bus von Ebus-Europa wurde von ZAwheel angetrieben, dem getriebelosen Radnabenantrieb von Ziehl-Abegg.

Bedingt durch die Autobahn A6 und den Kindergarten lag der Grundgeräuschpegel bei 50 Dezibel dB(A). Im ersten Durchgang wurde eine normale Haltestellensituation simuliert: Der Bus näherte sich, stoppte an zwei Pylonen und fuhr wieder an. Mayer notierte das Geräusch des Dieselfahrzeugs: 72,5 dB(A). Beim Blue-City-Stadtbus wurden 56,1 dB(A) gemessen. "Kein Wunder", sagte Ralf Arnold, Geschäftsführer von Ziehl-Abegg Automotive. "Denn bei uns nagelt kein Dieselmotor und lärmt kein Getriebe."

Mayer erklärte den Zuschauern, wie Lärmmessungen zu werten sind: "Zehn dB(A) sind in dieser Dimension eine Verdoppelung des Lärms." Das entsprach auch dem subjektiven Empfinden der Zuhörer. Udo Riess, Vertriebsleiter bei Ebus-Europa, freute sich: "Damit ist der Dieselbus zweieinhalb Mal so laut wie unser Elektrobus." Im zweiten Durchgang, bei einer Vorbeifahrt, lag die Differenz noch bei acht dB(A): 72,8 (Dieselbus) gegenüber 64,9 (Elektrobus).

Die Europaabgeordnete Ulrike Müller, die Beiratsmitglied im Bundesverband E-Mobilität ist, hob auch auf den Aspekt der Luftverschmutzung ab: "Der Einsatz elektrischer Antriebe im ÖPNV sorgt für eine Verbesserung der innerstädtischen Luftqualität, da gerade Busse für einen erheblichen Anteil der Emissionen, insbesondere Feinstaubemissionen, verantwortlich sind." Sie wehrte sich dagegen, dass bei E-Mobilität nur von Fahrrädern und PKW gesprochen werde. "Das Thema muss ganzheitlich betrachtet werden", hob sie auf die Einbeziehung von Lastwagen und Bussen ab.

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