Hitzewelle Einen kühlen Kopf bewahren in diesen heißen Zeiten

Crailsheim / Johannes Ihle 04.08.2018
Während sich die Mitarbeiter von Kühllagern auf die Arbeit freuen, herrscht bei den Getränkehändlern in der Region der Ausnahmezustand.

Die Sonne läuft seit Wochen zur Höchstform auf und beschert Deutschland einen der heißesten Sommer aller Zeiten. Während die einen ins Freibad flüchten oder in einem der vielen Seen in der Region ins kühle Nass springen, schwitzen die anderen an ihrem Arbeitsplatz. Die Hitzewelle macht vielen zu schaffen.

Einer, der momentan glücklicher denn je über seinen Arbeitsplatz ist und mit dem bestimmt einige gerne tauschen würden, ist Denis Treipl. Der Honhardter arbeitet bei der Firma Bürger, die vor allem für ihre Maultaschen bekannt sind, im Tiefkühllager – bei bis zu minus 25 Grad.

„Wenn es draußen 35 Grad hat, ist es sehr angenehm, hier in der Lagerhalle zu sein“, sagt Treipl. Aufgrund der hohen Temperaturunterschiede gilt es aber für die Mitarbeiter im Kühllager, einiges zu beachten. Wenn sie zur Arbeit kommen, geht es nicht sofort in die kalte Kühlkammer: „Langsam vortasten“ heißt die Devise. „Der Körper muss sich erst einmal akklimatisieren“, sagt Treipl. Nach rund einer Viertelstunde schlüpfen die Mitarbeiter dann in ihre Arbeitskleidung: Thermohose, Thermojacke und gefütterte Stahlkappenschuhe. Darunter ebenfalls Kleidung mit langen Ärmeln und Hosenbeinen. „Das braucht man alles, sonst ist es wirklich zu kalt.“

Nach jeweils rund einer Stunde im Lager steht eine Pause zum Aufwärmen an. Eine weitere wärmende Abwechslung bietet die Arbeit im Hochregalstapler, der auch über eine Sitzheizung verfügt. Angenehme zwölf Grad herrschen dort. „Da wird einem in der Thermojacke doch schon mal warm“, sagt Treipl und lacht.

Seit knapp fünf Jahren arbeitet er bei Bürger im Kühllager. Am Anfang sei die Kälte schon ungewohnt gewesen, „aber nach einiger Zeit ging es dann. Draußen zu arbeiten ist nichts für mich. Generell ist die Hitze nicht so mein Ding. Daher fühle ich mich hier sehr wohl“, sagt Treipl zufrieden.

Fluch und Segen zugleich ist die Hitze für die Getränkehersteller der Region. Die Nachfrage nach Getränken – egal ob Bier, Wasser oder Limonaden – ist hoch. Zwar steigt somit auch der Umsatz, doch auch die Arbeitsstunden der Mitarbeiter schnellen in die Höhe. Durch den hohen Konsum fehlen Pfandflaschen und -kisten oder diese kommen bunt gemischt zurück und müssen gesondert sortiert werden.

Kisten kommen und gehen

Der Pfandflaschenmangel, über den einige Brauereien klagen, ist bei Frankenbräu in Riedbach bei Schrozberg kein großes Thema. „Wir haben im Frühjahr genügend Flaschen eingekauft“, sagt Geschäftsführer Florian Krauß. „Aber wir merken schon, dass in den vergangenen Wochen mehr getrunken wurde. Die Kisten kommen rein und gehen eigentlich gleich wieder raus.“

Ein halbwegs gefülltes Lager lässt sich auch in Wallhausen bei Eico-Quelle finden. „Aber wir haben noch genügend Getränke da“, sagt Geschäftsführer Eugen Einsiedel. Die Hitzewelle darf also noch andauern und dem Sommer weiterhin alle Ehre machen.

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