Gschwend Eine, die sich gekümmert hat

"Es war immer schön, sie zu treffen": Vor zehn Jahren erhielt Elsbeth Lang von Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann die Ehrenbürgerurkunde. Archivfoto: Kollmer
"Es war immer schön, sie zu treffen": Vor zehn Jahren erhielt Elsbeth Lang von Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann die Ehrenbürgerurkunde. Archivfoto: Kollmer
Gschwend / BRIGITTE HOFMANN 26.05.2014
Sie war engagiert, couragiert, eine richtige Powerfrau. Vergangene Woche verstarb Elsbeth Lang im Alter von 87 Jahren. Viele Gschwender haben die frühere Gemeindeschwester noch in bester Erinnerung.

Stets einsatz- und hilfsbereit, voller Energie, kompetent in allen Belangen, immer nett und freundlich, humorvoll, furchtlos, resolut - es passen viele Worte, um Elsbeth Lang zu beschreiben. Am 22. Mai schlief die Frau, die alle Schwester Elsbeth nannten, in Schwäbisch Hall, im behüteten Kreis ihrer Haller Schwestern ein.

Lore Dienersberger hatte die Hochbetagte nach ihrem Wegzug aus Gschwend immer wieder besucht, zuletzt im Friedenshort. Bis vor zwei, drei Jahren noch zusammen mit Erna Wild, einer Freundin von Schwester Elsbeth. So gut und so lange es ging, habe sich die Verstorbene dort eingebracht, das Geschirr weggeräumt oder in der Küche mitgeholfen, erzählt die ehemalige Nachbarin. Doch zuletzt hätten die Kräfte mehr und mehr versagt.

Die guten Zeiten aber sind ihr in Erinnerung geblieben: "Sie hat viel Gutes getan in ihrem Leben, alles selbst gemacht, alles können und sogar einmal eine Kuh verkauft, als der Bauer krank geworden war."

Auch die Nachbarn Doris und Lothar Schumacher erinnern sich gern an die Frau, die immer in aller Herrgottsfrühe losgezogen sei, um ihre Arbeit zu verrichten. Die sich, wo immer es ihrer Meinung nach sein musste, eingemischt und mit Nachdruck ihren Standpunkt vertreten hatte.

Über 40 Jahre hatte Elsbeth Lang in Gschwend als Gemeindeschwester gearbeitet und gelebt. Ihre unerschrockene Art, ihre berufliche, aber auch ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Senioren- und Frauenarbeit, im Kirchengemeinderat oder in der Nachbarschaftshilfe hatten ihr allseits Respekt und Anerkennung eingebracht. Anfang 2004 wurde ihr deshalb von der Gemeinde Gschwend die Ehrenbürgerwürde verliehen.

"Sie sind eine Institution", stellte der damalige Dekan Dr. Rainer Uhlmann beim Festakt fest, und der Wirkungskreis reiche weit hinein ins Limpurger Land. "Es war immer schön, sie zu treffen", blickt Bürgermeisterin Rosalinde Kottmann heute auf diese Zeit zurück. Schwester Elsbeth habe sich aufgeopfert für ihre Mitmenschen und schon damals ganzheitliche Krankenfürsorge betrieben, die sowohl die medizinische als auch die seelische Seite mit einbezieht.

Sehr geschätzt war die Gemeindeschwester bei den beiden Gschwender Ärzten, die sich auf ihre fachgerechte Mitarbeit verlassen konnten. Geschätzt und beliebt auch bei den älteren Menschen in der Gemeinde. "Immer war sie bemüht, allem und allen gerecht zu werden", sagt Hiltrud Hauerstein, eine Wegbegleiterin aus Seniorenkreisen. Und alle hätten Schwester Elsbeth sehr gern gehabt

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel