Eine Tankstellen-Liebe

Mit Evergreens wie "Die Drei von der Tankstelle" versucht der Dinkelsbühler Intendant Peter Cahn, Publikum ins Theater zu locken. Foto: Ralf Snurawa
Mit Evergreens wie "Die Drei von der Tankstelle" versucht der Dinkelsbühler Intendant Peter Cahn, Publikum ins Theater zu locken. Foto: Ralf Snurawa
RALF SNURAWA 19.06.2013

Mit der Premiere von "Die Drei von der Tankstelle" lieferten die Dinkelsbühler Sommerfestspiele nach den "Blues Brothers" ein zweites auf einem Musikfilm basierendes Theaterstück - diesmal wesentlich abgerundeter und flotter in der Inszenierung.

Wer kennt sie nicht, die Melodien "Ein Freund, ein guter Freund" und "Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen"? Mit Evergreens versucht der Intendant des Dinkelsbühler Landestheaters, Peter Cahn, der wie schon bei den "Blues Brothers" auch zu "Die Drei von der Tankstelle" die Regie übernommen hatte, das Publikum ins Theater zu locken.

Nicht ganz so gut besucht wie bei den "Blues Brothers" war nun die Premiere des Theaterstücks, das auf dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 1930 basiert. Vielleicht fehlt der Kultcharakter, der dem anderen Film zu eigen ist. Vielleicht liegt es auch am Alter des Films. Als Theaterstück gibt es ihn seit 2006, als Musical ein Jahr zuvor.

Wie bei den "Blues Brothers" wurden die Gesangsdarbietungen auch hier angereichert: mit etwa der an die "Comedian Harmonists" erinnernden Vokalversion von Duke Ellingtons "Creole Love Call", den die drei Hauptdarsteller Thorsten Engels, Andreas Peteratzinger und Benjamin Beckmann gesanglich und darstellerisch mit Witz umzusetzen verstanden; oder mit "Kann denn Liebe Sünde sein", gesungen und getanzt von Katharina Felling als Nachtclubbesitzerin Edith von Turoff.

Peter Cahn versteht das Stück auch als eine Hommage an die durch das Nazi-Regime vertriebenen Künstler jüdischen Glaubens, Werner Heymann und Oskar Karlweis. 1937 wurde der Film von der sogenannten Filmprüfstelle verboten.

Neben den zahlreichen Liedvorträgen bezaubert der Ideenreichtum von Ausstatter Jürgen Zinner und Kostümbildnerin Ursula Blüml. Wie sollten etwa die Autos - übrigens auch ein verknüpfendes Element zu den "Blues Brothers" - auf die Bühne gebracht werden? Man entschied sich für verkleinerte Holzversionen, die mittels Trägern über die Schultern gehängt werden konnten - und so den Witz und Schwung der Inszenierung noch unterstrichen.

Denn hier war es gut gelungen, den Film auf das Theater zu übertragen. Es sind keine zerdehnenden Pausen entstanden. Die Szenen gehen fließend ineinander über, sodass ein temporeiches kleines Stück über das Finden der Liebe zustande gekommen ist.

Julia Eckers gab eine trotzige und kesse Lilian Cossmann, Bernd Berleb ihren leicht zu empörenden, aber letztlich nachgiebigen Vater "Mops" Cossmann. Auch Jens Rainer Kalkmann als Rechtsanwalt Dr. Kalmus und Franziska als seine Sekretärin, Fräulein Mondschein, gaben ein in ihrer schön gespielten Unbeholfenheit ein belustigendes Paar. Info Karten und Informationen zum Spielplan der Sommerfestspiele des Landestheaters Dinkelsbühl gibts unter der Telefonnummer 0 98 51 / 90 26 00.

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