Für Altenmünster ist es eine große Sache, dass die maroden Kindergarten-Bauten endlich in einem Neubau an der Schule zusammengeführt werden. Entsprechend war und ist der überraschende Baustopp Thema: Ab dem 22. August wurde im Innenbereich der Baustelle nicht mehr gearbeitet; erst seit Mitte Oktober geht es weiter.

Bereits der verzögerte Baustart im Jahr 2016 wurde als schlechte Nachricht gewertet. Dass nunmehr eine baurechtlich geforderte Brandschutzmaßnahme im oberen Bereich des Neubaus weder geplant noch ausgeschrieben und entsprechend auch beim Bau nicht berücksichtigt wurde, war eine Hiobsbotschaft für den Stadtteil. Gefordert und nicht eingehalten war die Umsetzung der Feuerwiderstandsklasse 30 (F30), die dem Feuer mindestens 30 Minuten lang standhält.

Städtebaulich eine Aufwertung

Die große Mehrheit des Gemeinderats hatte sich im Juli 2015 für den nun umgesetzten Entwurf entschieden, einen „einfachen Baukörper, mit dem städtebaulich relativ viel bewirkt werden kann“, wie der Architekt in seiner Präsentation dargelegt hatte: Da das Gelände direkt neben der Grundschule abfällt, sind sowohl das als Holzkonstruktion ausgeführte Obergeschoss als auch das von viel Glas bestimmte Untergeschoss barrierefrei zugänglich und außen über eine Treppe beziehungsweise Rampe verbunden. Oben ist der Regenbogen-­Kindergarten untergebracht, was dem Wunsch nach eigenen Räumen entspricht, unten die Mensa für Kindergartenkinder und Schüler sowie ein Mehrzweck-Vereinsraum.

Crailsheim

Das Ganze sollte zunächst im Passivhausstandard verwirklicht werden; davon ist der Gemeinderat aber aus Kostengründen wieder abgerückt. Die ursprüngliche Kostenschätzung von 3,6 Millionen Euro hat sich dennoch durch die Kostensteigerungen in der Baubranche um 300 000 Euro erhöht. Von weiteren Mehrkosten aufgrund der Verzögerung ist derzeit nicht auszugehen. Der Architekt selbst will sich zum Vorgang nicht äußern.

Kompensation

Die Stadtverwaltung teilt mit, dass im Erdgeschoss eine Stahlbetondecke vorhanden ist, die den brandschutzrechtlichen Auflagen genügt: „Um die Bauarbeiten wieder in Gang zu bringen, hat das Ressort Bauen und Verkehr für die fehlende F30-Anforderung der Dachdecken-Konstruktion eine Kompensationsmaßnahme gemeinsam mit dem beauftragten Ingenieurbüro für Elektrotechnik erarbeitet und mit der ausführenden Fachfirma auf der Baustelle abgestimmt.“ Die Kompensation besteht im Einbau einer Brandmeldeanlage. Dieses Vorgehen ist vor allem in Bestandsgebäuden üblich, in denen Brandschutz nicht ohne Weiteres umgesetzt werden kann.

Dafür ist, so Stadtsprecherin Michaela Butz, lediglich ein Änderungsantrag zur Baugenehmigung notwendig, „welcher bereits erstellt und nunmehr auch vom Baurechtsamt genehmigt wurde“. Die Elternvertreter und die Leitung der Kindertagesstätte  wurden von Sozial- und Baubürgermeister Jörg Steuler und durch Vertreter der Verwaltung entsprechend informiert; bei einer gemeinsamen Baustellenbegehung wurde der geplante Einbau der Brandmeldeanlage erläutert. Stand heute geht die Verwaltung davon aus, dass der Einzugstermin in den Osterferien liegen wird.

Noch ein bisschen Geduld haben

Den Regenbogenkindern wurde zwar vom neuen Haus erzählt, da Kinder aber keinen oder wenig Zeitbezug haben, sind es vor allem die Eltern, die sich einen baldigen Umzug wünschen. Dass der Altbau in der Kirchstraße nicht mehr zeitgemäß ist, sei bekannt und letztendlich ja der Grund für den Neubau gewesen, sagt Elternvertreterin Michaela Büttner: „Schade, dass es noch nicht geklappt hat“; die Eltern hofften auf einen baldigen Umzug; sie hätten freilich noch keinen Termin.

Auch die Grundschule Altenmünster hat eigentlich damit gerechnet, die Mensa im Neubau bereits im Frühjahr 2017 nutzen zu können. Nachdem sich bereits der Baubeginn aufgrund von Nachbareinsprüchen verschoben hatte, sieht das Schulteam um Rektorin Ulrike Fetzer die erneute Verzögerung gelassen: Es wäre schön gewesen, mehr Platz zu haben, heißt es, aber Probleme gebe es durch den Baustopp nicht: „Wir machen weiter wie bisher“, so die Stellungnahme der Schule; das heißt, für die Kinder, die im Rahmen der Ganztagesbetreuung zu Mittag essen, wird wie bislang in der Schule gedeckt.