Nach Deutschland ist Cinzia Faraci ursprünglich gekommen, um die Sprache der Touristen zu lernen, mit denen sie in ihrer Heimat, der Toskana tagtäglich beruflich zu tun hatte. Obwohl sie mit Englisch und Italienisch wunderbar zurechtgekommen wäre, war es ihr eigener Ehrgeiz, der sie dazu brachte, sich am Goethe-Institut in Schwäbisch Hall einzuschreiben. Was sie dort neben der Sprache feststellte, war, dass ihr alles, was sie in Italien studiert hatte, die italienische Sprache und Literatur, hier eine berufliche Perspektive bot.

„Ich sage immer, das Leben hat mich auf Deutschland vorbereitet“, sagt sie lachend, als sie erzählt, wie sie 2001 dauerhaft in Deutschland sesshaft wurde. Sie war als Journalistin tätig, arbeitet für den Cornelsen Verlag als Buchautorin und für das italienische Konsulat in Stuttgart.

Und sie gab und gibt bis heute Kurse an der Volkshochschule, wo sie sich zur zertifizierten Volkshochschuldozentin fortgebildet hat, indem sie zahlreiche Seminare besuchte, hospitierte und eine Seminararbeit schrieb. „Das war fast noch einmal wie ein Studium“, blickt sie zurück.

Sie war es, die den italienischen Sprachunterricht an der VHS Crailsheim wieder aufleben ließ. Dazu gab sie immer wieder Seminare und Vorträge zu literarischen Themen. „Was ich studiert habe, ist eine persönliche Leidenschaft, und ich fühle mich wirklich qualifiziert für den Job“, sagt sie über ihre Kurse, die sie nicht nur in Crailsheim, sondern auch an anderen Volkshochschulen gibt, zum Beispiel in Kirchberg.

Dort kam auch der Wunsch auf, Dantes göttliche Komödie mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Cinzia Faraci machte sich daran, ein Seminar über das erste Buch zusammenzustellen. „Ich hatte mich natürlich nie mit der Übersetzung befasst“, gibt sie zu. Wie schwer es für Nicht-Muttersprachler deshalb sein muss, die Komödie zu verstehen, die Faraci selbst bereits in ihrer Jugend mit einiger Leidenschaft gelesen hatte, ahnte sie da nur. „Wenn man niemanden hat, der einem das vermittelt, dann kann man es fast nicht verstehen, die Übersetzung, die Reime, die Themen, der aktuelle Bezug“, sagt die Literaturwissenschaftlerin.

Dabei ist sie von der Botschaft und der Aktualität des Buchs absolut überzeugt, weshalb sie sich die Mühe dennoch gemacht hat, das Werk auf ein verständliches Level herunterzubrechen. „Dante behandelt sehr aktuelle Themen, die auch für Jugendliche interessant sein können. Im ersten Buch geht es um Leidenschaft, um starke Gefühle und Liebesgeschichten, genau wie in der Pubertät. Das ist eine kleine Bereicherung für jedes Alter“, fasst die Referentin zusammen, was die Teilnehmer in dem Seminar erwartet.

Begeisterung für Klassiker

Bei ihrem literarisch sehr interessierten Publikum kam das Seminar in Kirchberg so gut an, dass auch die Volkshochschule Crailsheim es in sein Programm mit aufnahm. Die Begeisterung für den italienischen Klassiker merkt man der Kirchbergerin an, wenn sie ins Schwärmen gerät. Dieser Enthusiasmus wirkt tatsächlich ansteckend und macht neugierig, wenn sie ankündigt: „Man nimmt etwas mit nach Hause, worüber man noch tagelang nachdenken könnte.“

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Fichtenau

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Das Literaturseminar „Dante Alighieri: ,Die göttliche Komödie’, Das erste Buch: Die Hölle“ läuft am Samstag, 19. Januar, von 10 bis 13 Uhr. Anmeldung unter Telefon 07951/4033800 oder unter vhs@crailsheim.de.