Jüngere Geschichte Einblicke in das Alltagsleben der US-Soldaten in Crailsheim

Crailsheim / Christine Hofmann 15.11.2018
Der ehemalige GI Ric Badal hat zahlreiche Fotos, Dokumente und Erinnerungen über die McKee Barracks zusammengetragen.

Vor 25 Jahren endete mit der Schließung der McKee Barracks die US-Militärpräsenz in Crailsheim. 41 Jahre lang waren die Amerikaner im Crailsheimer Westen auf dem Gelände des früheren Wehrmacht-Fliegerhorsts stationiert gewesen. Einer der zahlreichen Soldaten, die hier ihren Dienst leisteten, war Richard „Ric“ Badal. Der 70-Jährige hat ein Buch über diese Zeit geschrieben, das morgen vorgestellt wird. Es trägt den Titel „Die McKee Barracks Crailsheim 1952–1994“.

Es ist eine persönliche Geschichte, die der ehemalige GI, der 1973 nach Crailsheim versetzt wurde, mit der großen Kasernenanlage verbindet. Nicht nur deswegen, weil er hier einige Jahre seines Berufslebens verbrachte, sondern auch weil er in dieser Zeit seine Ehefrau kennenlernte, sich in Frankenhardt niederließ und eine Familie gründete. Das Ehepaar Badal ist eines von 585 deutsch-amerikanischen Paaren, die sich auf dem Crailsheimer Standesamt trauen ließen.

Nachdem Ric Badal 1986 aus dem Militärdienst ausgeschieden war, arbeitete er als Zivilist im Fotolabor der McKee Barracks. „Das war meine zweite Heimat“, sagt der Fotograf und Autor.

Sein Buch über die McKee Barracks ist jedoch weit mehr als ein persönliches Erinnerungsalbum. In jahrelanger Recherche hat Badal Archive durchforstet, Berge von Material gesammelt und unzählige Kontakte zu ehemaligen Soldaten und Zivilisten hergestellt, die auf verschiedene Weise mit der amerikanischen Garnison in Crailsheim verbunden waren. Sein Interesse an der Geschichte half ihm dabei.

„Das Militär spielte über viele Jahre eine große Rolle in Crailsheim. Das vergessen viele“, sagt Badal. „Ich möchte, dass den Menschen diese Tatsache im Bewusstsein bleibt.“ Beim Blättern durch das 272 Seiten starke Buch, das auf Deutsch und auf Englisch geschrieben ist – übersetzt hat es Dr. Helga Steiger – wird die Bedeutung schnell klar. Die McKee Barracks bildeten mit ihren Einrichtungen, die sich von Kindergärten über ein kleines Krankenhaus und ein Kino bis hin zur eigenen Kapelle erstreckten, eine eigene kleine Stadt. Nur wenige hatten damals Zutritt und somit Einblick ins Alltagsleben der US-­Soldaten. Ric Badals Buch erlaubt nun einen Blick hinter die damals streng bewachten Eingangstore.

Info „Die McKee Barracks Crailsheim 1952–1994“ erscheint als Band 17 in der Historischen Schriftenreihe der Stadt Crailsheim. Die Buchvorstellung ist morgen um 19 Uhr im Forum in den Arkaden im Crailsheimer Rathaus.

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