Schwäbisch Gmünd Ein Waschbär im Haus

Waschbären suchen in Schwäbisch Gmünd immer öfter auf Grundstücken und in Häusern nach Nahrung und Schlafplätzen.
Waschbären suchen in Schwäbisch Gmünd immer öfter auf Grundstücken und in Häusern nach Nahrung und Schlafplätzen. © Foto: Jenny Thompson/Fotolia
Schwäbisch Gmünd / SWP 13.11.2014
Ein Waschbär auf dem Terrassentisch oder am Futternapf der Hauskatze - in Schwäbisch Gmünd ist das derzeit durchaus möglich. Immer häufiger werden die Tiere gesichtet. Die Stadt setzt auf Aufklärung.

Ob die Sichtung im Stadtgebiet, überfahrene Tiere oder Probleme von Anwohnern mit Waschbären - Ordnungsamt und Straßenbauverwaltung in Schwäbisch Gmünd haben in letzter Zeit viel mit Waschbären zu tun. Diese hätten im Stadtteil Rennenhof unter anderem Rasenflächen von Grundstücken aufgerissen, um an Nahrung zu gelangen. Aggressiv sind die Wildtiere normalerweise nicht. Da die Tiere, die bis zu zwölf Kilo schwer und bis zu 30 Zentimeter groß werden können, in der Region keine natürlichen Feinde haben, breiten sie sich verstärkt aus.

Außerhalb der Siedlungsgebiete ist es Aufgabe der Jäger, einen artgerechten und vernünftigen Wildbestand sicherzustellen. Für den innerörtlichen Bereich sieht die Stadt derzeit keine Notwendigkeit, den Waschbären verstärkt nachzustellen. "Ein hoher Tierbestand für sich allein gesehen ist kein vernünftiger Grund, Tiere zu töten", so Rüdiger Maas vom städtischen Ordnungsamt, zuständig für die Schädlingsbekämpfung. Ein gezieltes Eingreifen käme nur in Betracht, wenn bei einem Waschbär beispielsweise eine für Menschen gefährliche Krankheit festgestellt würde. Die Stadt setzt stattdessen aber auf Aufklärung der Bürger.

Waschbären klettern gern in Dachstühle oder Kamine und können dort Schäden anrichten. Daher ist es laut Stadt sinnvoll, Äste in Hausnähe zu kürzen oder an Bäumen glatte Rutschmanschetten so anzubringen, dass die Tiere keinen Halt beim Hochklettern finden. Auch bekannte Einschlupflöcher am Gebäude sollten verschlossen werden.

Fachleute empfehlen, Waschbären keinesfalls zu füttern und potenzielle Futterquellen wie Bioabfälle, Reste in Futterschüsseln von Haustieren sowie Unterschlupfmöglichkeiten so gut es geht zu vermeiden - auch, damit sich die Tiere nicht weiter vermehren. Geschlossene Kompostbehälter oder engmaschige Drahtgeflechtkomposter helfen. Bioabfälle sollten erst am Morgen der Abfuhr vor die Tür gestellt werden. Die öffentlichen glattflächigen Papierkörbe sind für die Waschbären so gut wie nicht zugänglich.

"Die derzeit sichtlich hohe Waschbärenpopulation wird sich absehbar über auftretende tiertypische Krankheiten, wie etwa die Staupe, auf natürliche Weise von selbst regulieren", so Maas. Diese Viruserkrankung verläuft bei hundeartigen Tieren, aber auch Mardern und Waschbären meist tödlich. Menschen sind für die Staupe nicht empfänglich.

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