Erziehung Ein Medienvertrag kann helfen

Maria Behr (links) und Corinna Tietz mit einem kurzweiligen Referat über Medienregeln im Erziehungsalltag.
Maria Behr (links) und Corinna Tietz mit einem kurzweiligen Referat über Medienregeln im Erziehungsalltag. © Foto: Ralf Mangold
Crailsheim / Ralf Mangold 14.03.2018

Extra aus Hengstfeld ist Barbara Hesser nach Crailsheim gefahren, um Erziehungstipps für den Medienkonsum zu erhalten. Sie hat zwei Töchter, die mit neun und zwölf Jahren gerade in das Alter hineinwachsen, in dem Medienkompetenz zu erlernen ganz wichtig ist.

Digitale Geräte beanspruchen einen immer größeren Teil der Freizeit der Heranwachsenden und verändern zudem das gesamte Familienleben. „Meine Kinder müssen lernen, Zeiten einzuhalten. Ich finde vor allem die Idee mit dem Medienvertrag klasse“, konnte sie von dem rund zweistündigen Referat einiges mitnehmen.

Die beiden Referentinnen Corinna Tietz und Mario Behr von der Familienbildungsstelle des Landkreises Schwäbisch Hall ergänzten sich hervorragend  und zogen so bei ihrem wirklich kurzweiligen interaktiven Vortrag das Publikum in der Aula der Realschule am Karlsberg schnell in ihren Bann.

Soziale Interaktion durch Handy

„Kein Smartphone zu kaufen, halte ich nicht für sinnvoll, da es für das soziale Leben der Kinder wichtig ist“, erklärt Corinna Tietz den rund 30 anwesenden Eltern, die immer wieder mit Anekdoten aus dem eigenen Erziehungsalltag für den ein oder anderen Lacher sorgten, aber auch den Teilnehmern die Gewissheit gaben, dass dieselben Probleme bei allen Familien auf der Tagesordnung stehen. „ Wir wollen mit diesen Informationsabenden die Eltern bei der Erziehung unterstützen.“

Das Handy bringe eine gewisse Dynamik in die Familie, die sicherlich den Eltern oftmals nicht behage und so auch  immer wieder zu Konflikten führe. „Das Smartphone ist wie ein Besucher in der Familie. Wichtig ist der richtige Umgang mit dem Gerät. Deshalb sollte man unbedingt Regeln zur Nutzung aufstellen, den Kindern einen zeitlichen Rahmen setzen.“

„Eltern wissen um die Suchtgefahr, die von Computerspielen oder dem übermäßigen Handygebrauch ausgehen. Aber es ist eine große und konfliktreiche Herausforderung, Grenzen zu setzen und diese auch immer wieder einzufordern.“ Kinder müssen – wie viele andere Dingen auch – den Umgang mit den Elektrogeräten erst erlernen.

Fazit des Infoabends war, dass Eltern gemeinsam mit ihren Kindern die Regeln für die Nutzung des Smartphones erarbeiten sollten mit klaren Konsequenzen bei Verstößen. „Da muss man auch mal einen Konflikt aushalten können, damit das Kind den nächsten Entwicklungsschritt machen kann“, erklärt Mario Behr. Barbara Hesser will auf jeden Fall auch bei den anderen drei Seminaren, die in den nächsten Monaten angeboten werden, dabei sein. „Die neuen Medien sind ein ganz wichtiges Erziehungsthema, bei der ich jede Anregung gerne mitnehme.“

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