Crailsheim Ein Lebenswerk für viele Generationen

Wilhelm Schierle ist seit 26 Jahren Vorstand beim Sportjugendlager Karl-Hermann Müller bei Beimbach.
Wilhelm Schierle ist seit 26 Jahren Vorstand beim Sportjugendlager Karl-Hermann Müller bei Beimbach. © Foto: Ralf Mangold
Crailsheim / Ralf Mangold 14.08.2018
Seit 38 Jahren engagiert sich der Crailsheimer Wilhelm Schierle im Verein „Sportjugendlager Karl-Hermann Müller“. 1992 übernahm er den Vorsitz und hat immer noch großen Spaß an der Aufgabe

Am Montag hatte er noch die Fundamente für die neue, größere Trockenhütte betoniert, damit rechtzeitig zu Beginn der Sommerferien zwei Tage später alles fertig war. „Da kommen jedes Jahr locker über 150 Arbeitsstunden zusammen“, erzählt der 63-Jährige, der seit 1980 im Vorstand des Vereins „Sportjugendlager Karl-Hermann Müller“ mitwirkt.

Anfangs war er als technischer Wart dabei und hat sich um die kleineren Reparaturen rund um das Zeltlager bei Beimbach gekümmert.  „Karl-Hermann Müller war mein Schwiegervater. Ihm habe ich am Sterbebett versprochen, dass ich sein Amt und seine Ideale als Vorstand des Vereins weiterführen werde“, erzählt Schierle.

Seit 1992 ist er nun im Amt und hat immer noch Spaß daran, sich um alle Belange rund um das Jugendlager zu kümmern. „Ich habe noch nie einen Gedanken daran verschwendet aufzuhören.“ Insgesamt 52 Mitglieder hat der Verein inzwischen, die sich um die Instandsetzung des Hüttendorfes im Brettachtal kümmern. Finanziert wird der Verein durch Spenden und durch Fördermittel  von Sportverbänden.

Viel Eigenleistung

Rund 400.000 Euro wurden in seiner Amtszeit als Vorstand für Erweiterungen und Sanierungen verbaut. Immer, wenn der Crailsheimer durch das Camp läuft, fällt ihm etwas auf, was man verbessern könnte. Unzählige Arbeitsstunden an Eigenleistung wurden inzwischen eingebracht. „Beim Bau des Aufenthaltsraums war ich beinahe jeden Tag noch nach der regulären Arbeit hier, und beim Neubau der Küche habe ich sogar extra zwei Wochen Urlaub investiert“, berichtet er.

Beruflich viel im Ausland

Schierle ist seit einigen Wochen Rentner, nachdem er 48 Jahre bei der Firma Schubert gearbeitet hat. Da war er beruflich viel im Ausland auf Montage. „Da war es wichtig, viel zu delegieren. Und ich habe ein tolles Team, auf das ich mich immer verlassen kann.“

Zu seinen regelmäßigen Aufgaben gehört die Wintersicherung des Lagers und im Frühjahr heißt es streichen und alle Gerätschaften und das Kücheninventar reinigen. Alleine mit dem Rasenmähen verbringt Schierle unzählige Stunden in der riesigen Anlage.

Für Wilhelm Schierles Beständigkeit sprechen außerdem rund vier Jahrzehnte bei der Feuerwehr. Zudem war der 63-Jährige 27 Jahre lang im Sportkreis-Jugendausschuss und dort hauptsächlich für die Talentsichtung zuständig.

Die Sponsorenpflege ist ein wichtiges Thema.  „Im Frühjahr lege ich die Arbeitseinsätze fest, wenn ich weiß, wieviel Geld wir zur Verfügung haben.“  Schierle ist gerne Funktionär. „Früher, als ich noch selber in Ingersheim und Tiefenbach gekickt hatte, konnte ich mir so einen Posten überhaupt nicht vorstellen“, erinnert er sich. „Das hat sich im Laufe der Zeit aber komplett gedreht. Mir gefällt es. Die Aufgaben sind vielschichtiger. Ich kann organisieren und etwas entwickeln.“ Immer wieder schaut Schierle gerne mal im Sportjugendlager vorbei. „Mir gefällt es jedes Mal, wenn ich hierherkomme. Und alle Kinder vor Ort, die ich befragt habe, waren immer begeistert von der Anlage.“

Die Intention des Sportjugendlagers ist es, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Kinder zu stärken. Rund 700 bis 1000 Kinder kommen jedes Jahr zu den Freizeiten nach Beimbach, früher waren es sogar beinahe doppelt so viele. Die Kinder sind ganz nah dran an der Natur bei Schnitzeljagden durch den Wald  oder einer Nachtwanderung.

„Der Standort hier ist optimal, du hast keinen Verkehr und bist dein eigener Herr. Da braucht man eigentlich gar nicht so weit fort zu fahren“, schwärmt Schierle und ist nicht ohne Grund stolz auf das, was er und der Verein mit viel ehrenamtlichem Engagement geschaffen haben.

Für Vereine, Schulklassen und Jugendgruppen

Der Verein Sportjugendlager Brettachtal wurde am 29. September 1972 nach der Kreisreform gegründet. Erster Vereinsvorstand war Klaus Dinter. Mit dem ersten Bauabschnitt für das Zeltlager bei Beimbach wurde am 1. Juli 1973 begonnen. Karl-Hermann Müller übernahm 1980 den Vorsitz des Vereins bis zu seinem Tod. Seit 1992 ist Wilhelm Schierle Vereinsvorsitzender.

Das Sportjugendlager steht Vereinen, Jugendgruppen und Schulklassen von Anfang Mai bis Ende September eines Jahres zur Verfügung. Auf dem Gelände befinden sich acht Unterkunftshütten. 1992 wurde das Lager nach dem Tod des Gründungsmitglieds und langjährigen Vorstands in Sportjugendlager Karl-Hermann
Müller umbenannt. rama

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