Crailsheim Ein Konzert krönt die Dramaturgie

Das Waldorfschulorchester „La Banda Viwaldi“ spielte bei seiner Konzertreise in der französischen Partnerstadt Pamiers.
Das Waldorfschulorchester „La Banda Viwaldi“ spielte bei seiner Konzertreise in der französischen Partnerstadt Pamiers. © Foto: privat
Crailsheim / Joshua Tsakmakidis 19.06.2018
Das Orchester der Waldorfschule „La Banda ViWaldi“ spielt und überzeugt nicht nur in Crailsheims französischer Partnerstadt Pamiers.

Ziemlich genau zwei Jahre ist es nun her, dass wir das erste Mal von einer Orchesterreise wiederkehrten, die länger als ein paar Tage währte. Vollgepackt mit Tausenden Eindrücken und schönen Erinnerungen landeten wir damals in Straßburg. Seitdem hat sich einiges getan, doch auch nach der zweiten Reise war das Ergebnis ähnlich.

Natürlich fällt es schwer, bei dieser Fülle an Höhepunkten alle Ereignisse gleichwertig zu behandeln. Gereist wurde diesmal anders. Eine kleine Gruppe von vier Personen fuhr mit dem Auto, die anderen zehn flogen ab Frankfurt nach Toulouse. Grund waren die vielfältigen schwierigen Erfahrungen, die unsere Leiter mit dem Transport von Celli in Flugzeugen gemacht haben. In Toulouse trafen beide Gruppen wieder aufeinander, und ab ging es zur ersten Etappe, namentlich „Chant’Arize“ oder genauer „Sabarat“. Dort hatte eine der ortsansässigen Waldorfschule zugehörige Familie ihr Wohnhaus für uns geräumt und ist einfach mit der Familie von Rahel Schenkel, die das Ganze für uns organisiert hat, zusammengezogen.

Akustik im ganz neuen Gewand

Während am ersten Tag noch das klassische „Umgebungerkunden“ und eine Probe mit der gesamten Reise-Besetzung angesagt waren, stand am nächsten Tag eine Begegnung mit Schülern der Chant’Arizer Waldorfschule an. Diese war wie im letzten Jahr herzlich und sehr interessant. Unter anderem führte die Mittelstufe eine Klangperformance mithilfe von Wasser und dessen akustischer Reaktion auf verschiedene Gefäße und Gegenstände auf. Einige Mitglieder des Orchesters begleiteten spontan das von Dirigent Wolfgang Hermann-Kaut­ter geleitete Treiben. Es folgte am Nachmittag das erste von zwei Konzerten, das durch die ungewohnt klangvolle Akustik im ganz neuen Gewand daherkam.

Zwischen Mittwoch und Freitag fand der Teil der Reise statt, den man im Vorfeld immer als Freizeit bezeichnet hatte. Wir sahen uns Toulouse an, picknickten im Park und lauschten, nach unserem Ortswechsel gen Pamiers, einem Konzert des „Trio Wanderer“, zu dem uns das Konzertkomitee eingeladen hatte. Das Konzert stellte vor allem technisch eine absolute Augenweide dar.

Bestes Konzert überhaupt

Am Freitag kam es zu Treffen, Vorstellung und gegenseitigem Austausch mit dem Orchester der Musikschule in Pamiers, bevor die Reise ihrem dramaturgischen und musikalischen Höhepunkt entgegensah. An jenem Freitagabend um 20.30 Uhr nämlich spielten wir das womöglich beste Konzert in der ja noch relativ jungen Geschichte der „La Banda Viwaldi“. Zumindest ich kann für mich sagen, nie ein besseres Konzert gespielt zu haben.

Abgerundet wurde unser Aufenthalt in Pamiers mit einem Besuch im Rathaus, dem erneut phänomenalen, typisch französischen Picknick und einem großen Abschlussgrillfest am Samstagabend.

Zwei Dinge möchte ich noch kurz erwähnt sehen. Zum einen wären da die Gastfreundschaft und herzliche Wärme zu nennen, die uns bei unserer Ankunft empfangen haben und während der gesamten Reise begegneten, egal wo. Und zum anderen ist da natürlich die Danksagung. Wie vor zwei Jahren wurde unsere Reise wegen der mit Pamiers bestehenden Städtepartnerschaft von der Stadt Crailsheim subventioniert. Vielen Dank dafür. Und natürlich gebührt Wolfgang Hermann-Kaut­ter und seiner Frau Magdalene Dank für eine Reise, die beide sowohl musikalisch als auch menschlich unglaublich bereichert haben.

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