Crailsheim Ein junges Gesicht beim DRK

Susann Ruf im größten von insgesamt drei Verkaufsräumen im Laden in Crailsheim. Neben Kleidern in allen Größen gibt es auch Bücher und Spielzeug zu kaufen.
Susann Ruf im größten von insgesamt drei Verkaufsräumen im Laden in Crailsheim. Neben Kleidern in allen Größen gibt es auch Bücher und Spielzeug zu kaufen. © Foto: Luca Schmidt
Crailsheim / Malin Wunderlich 19.06.2018
Susann Ruf macht ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Deutschen Roten Kreuz. Sie arbeitet in den Kleiderläden in Crailsheim und in Schwäbisch Hall.

Ich fand das schon immer toll und wollte das gern machen. Es ging mir nicht so sehr um berufliche Orientierung, sondern einfach darum, mich sozial zu engagieren“ – das sagt Susann Ruf zu ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) im Kleiderladen des DRK in Crailsheim. Auf die Idee kam sie durch ihre Mutter, die dort schon lange ehrenamtlich arbeitet. Direkt nach der Schule ging es für sie los.

Vor drei Jahren zog die 20-Jährige von Blaufelden nach Crailsheim. Nach ihrem Fachabitur wusste sie noch nicht genau, in welche Richtung es gehen sollte; dann kam ihre Mutter mit dem Vorschlag, im Rot-Kreuz-Laden ein FSJ zu machen.

Kleiderladen war Wunschstelle

Dabei ist der Kleiderladen bei jungen Leuten als Stelle gar nicht so beliebt, wie Stefan Walch verrät. Er ist stellvertretender Kreisgeschäftsführer und Ansprechpartner für FSJler. Die meisten Freiwilligen wollen zum Rettungsdienst. Nicht so Susann Ruf. Der Kleiderladen war ihre Wunschstelle. „Ich kann das FSJ wirklich jedem weiterempfehlen“, sagt sie. Sie ist zufrieden und glücklich mit ihrer Stelle.

Highlights seien auf jeden Fall die Bildungstage, bei denen gut 20 Freiwillige eine Woche in einer Jugendherberge untergebracht sind. Die Inhalte seien vielfältig, von Infos über Demenz bis hin zu Gesprächen mit Blinden. Besonders gut gefiel Ruf ein Grundschulprojekt, bei dem die Kinder rund ums Thema Rotes Kreuz von den Freiwilligen unterhalten und informiert wurden.

Wenn gerade kein Event ansteht, beginnt ein normaler Arbeitstag für sie damit, die neue Kleidung zu sortieren und aufzuräumen. Wenn der Laden dann öffnet und die ersten Interessenten kommen, berät Ruf die Kunden und nimmt Spenden entgegen. Es werden täglich um die zehn Säcke Klamotten vorbeigebracht, den größten Teil macht Frauenbekleidung aus. Auch als Kunden kommen hauptsächlich Frauen vorbei. „Wir haben so gut wie alles: Kleider, Schuhe, Schmuck. Wir kriegen immer wieder Neues. Die Sachen kosten dann so drei bis vier Euro, das kommt darauf an.“ Es gibt also immer was zu tun.

Doch die Arbeit von Montag bis Freitag scheint noch nicht zu reichen, die junge Frau ist selbst am Wochenende fürs Rote Kreuz unterwegs. Jeden Samstagabend besucht sie eine ältere Frau. Sie wird normalerweise von ihrem Sohn gepflegt. Um ihn zu entlasten, kommt Susann Ruf einmal in der Woche vorbei. Zusätzlich jobbt die Crailsheimerin in einem Fitnessstudio. Klingt nach einem vollen Terminkalender, aber die FSJlerin hat sichtlich Spaß an ihrer Arbeit.

Bis Ende August kann man Susann Ruf noch im Kleiderladen antreffen. Und wie geht es dann weiter? „Ich beginne meine Ausbildung zur Industriekauffrau. Das FSJ war eine Bereicherung. Auch wenn ich beruflich nicht in die soziale Richtung gehe, war es mir wichtig, mich zu engagieren.“ Ihr Zwischenfazit zum FSJ: „Es war eine sehr gute Entscheidung – man sammelt superviele Erfahrungen und kriegt einfach so viel mit.“

Info

Der Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes in der Ludwig-Erhard-Straße 28 hat montags von 14 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 10 bis 14 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Mehr Informationen gibt es unter der Telefonnummer 07951/9634532.

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