Crailsheim Ein Blick hinter die Kulissen

Rolf Hohenstein (links) stellt seinen Betrieb im Rahmen der City-Dinner-Tour vor.
Rolf Hohenstein (links) stellt seinen Betrieb im Rahmen der City-Dinner-Tour vor. © Foto: Ralf Mangold
Crailsheim / Ralf Mangold 09.11.2018
Ein wahrer Publikumsmagnet ist die City-Dinner-Tour geworden. Erstmals führte die siebte Auflage nicht durch die Innenstadt, sondern zu vier Unternehmen im Stadtteil Altenmünster

Rund dreieinhalb Stunden bekamen die Teilnehmer im Rahmen der 7. City-Dinner-Tour Informationen über Unternehmen. Die Nachfrage war wieder riesig und Crailsheims Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer durfte 100 Interessierte  im Wasserturm begrüßen. „Es gab sogar noch mehr Anmeldungen, aber wir sind an unserer Kapazitätsgrenze.“ Er zeigte sich erfreut darüber, dass erstmals Unternehmen aus Altenmünster ihren Betrieb vorstellen.  Eine Besonderheit sei zudem,  dass sich ein erotischer Lifestyleshop mit dem G-Punkt-29 präsentieren durfte. „Da habe ich wenig Berührungsängste, schließlich habe ich ja viele Jahre in Hamburg gelebt“, hatte Grimmer die Lacher auf seiner Seite.

Tour startet im Wasserturm

In vier Gruppen ging es zu vier ortsansässigen Unternehmen. Neben Grimmer führten  Kai Hinderberger, Lisa Wich und Andreas Manthey durch Altenmünster. Süleyman Sami stellte die Historie seiner Gaststätte vor. „Der Wasserturm ist ein Wahrzeichen Crailsheims. Schade, dass die Stadt ihn nicht gekauft hat“, bemängelte er. Der neue Besitzer kümmere sich zwar gut um den Erhalt des Gebäudes, doch für ein so altes Bauwerk sei die Instandhaltung doch sehr teuer und aufwendig. Zudem hatte Sami bei einem Kauf durch die Stadt gehofft, dass der oberste Stock ausgebaut werden würde, um ihn für Führungen oder Ähnliches zu nutzen.

Insbesondere der schöne Biergarten sei im Sommer ein wahrer Besuchermagnet. „Allerdings ist es beinahe unmöglich, festes Servicepersonal zu bekommen“, wies Sami auf die Probleme seines Gastronomiebetriebes hin. So stehe er im Sommer täglich beinahe 16 Stunden am Tresen. „Ich bin ein richtiger Crailsheimer geworden und mein ganzes Herzblut steckt im Wasserturm“, betonte Sami. Zu Fuß ging es für die Gruppe um den OB schließlich weiter zur nächsten Station, der Firma Hohenstein Leder. „Kaum ein Crailsheimer weiß überhaupt, dass in diesem alten Lederbetrieb immer noch produziert wird“, so Geschäftsführer Rolf Hohenstein. In den 1970er-Jahren arbeiteten rund 350 Menschen bei dem Hersteller für Lederbekleidung, inzwischen sind es nur noch 15. „Wir sind ein spezialisierter Dienstleister für international bekannte High-Fashion-Labels“, erklärte Hohenstein. Beispielsweise die Schlangenlederjacken für „Germanys next top model“, seien in Crailsheim gefertigt worden. Die teilweise über 70 Jahre alten Maschinen produzieren Qualitätslederware für manchen Promi.

Nächster Stopp war gleich ein Stockwerk höher im „G-Punkt-29“, den Hohensteins Gattin Jutta führt. „Der Name steht für Gaildorfer Straße 29“, erklärte sie schmunzelnd. Einige ihrer Lederbekleidungsartikel werden direkt im Betrieb ihres Mannes produziert. „Das G-Punkt-29 ist kein Sexshop, sondern ein erotisches Wohnzimmer, in dem man auf Entdeckungsreise gehen kann.“ Und dieses Angebot wurde von den Teilnehmern dann auch interessiert angenommen.

Letzte Station war das Vitalzentrum Flügelau mit Apotheke, Physiotherapiepraxis und Biomarkt. Inhaberin Ariane Hinrichs gewährte einen Blick hinter die Kulissen des mehrfach ausgezeichneten Unternehmens.

Unbekannte Dinge erfahren

Hildegard Schmidt war zum ersten Mal bei einer City-Dinner-Tour dabei. „Alles war sehr interessant und man wird neugierig, welche unbekannten Dinge man gleich erfährt“, so das durchweg positive Fazit der Crailsheimerin. Vor allem der Bioladen habe sie mit seinen vielen regionalen Produkten überzeugt, vielleicht werde sie auch bei der Fußpflege mit ihren Freundinnen mal vorbeischauen. Und sie würde gerne wie viele „Wiederholungstäter“ auch bei der nächsten Tour dabei sein. Beim abschließenden Pizzaessen im Wasserturm freuten sich die Teilnehmer über einen gelungenen Abend. Und auch für die Betriebe hat es sich gelohnt, der ein oder andere Neukunde war sicherlich dabei.

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