Crailsheim Eigene Position als denkende Menschen hinterfragt

Am Montag hat Stadtarchivar Folker Förtsch die Ausstellung an der Realschule am Karlsberg eröffnet.
Am Montag hat Stadtarchivar Folker Förtsch die Ausstellung an der Realschule am Karlsberg eröffnet. © Foto: Foot: Lothar Schwandt
Crailsheim / swp 22.06.2018
Die Ausstellung „Beweist durch die Tat, dass ihr anders denkt – die Weiße Rose“ ist in der Realschule am Karlsberg zu sehen.

Eine eher ungewohnte Herausforderung erlebten die Schüler der neunten Klassen bei der Eröffnung der Ausstellung „Beweist durch die Tat, dass ihr anders denkt – Der Widerstand der Weißen Rose“ an der Realschule am Karlsberg. Stadtarchivar Folker Förtsch führte die Zuhörer nicht nur in die Person Hans Scholl und dessen Umfeld ein, sondern hinterfragte auch ihre eigene Position als politisch denkende Menschen und verwies dabei auch auf wieder aufkeimende nationalistische Strömungen.

Das Gedenken an den Widerstandskämpfer Hans Scholl erschöpft sich nicht in dessen Würdigung zu seinem 100. Geburtstag. Um die Schüler rechtzeitig mit der Entstehung, dem Wirken der Widerstandsgruppe und der brutalen Staatswillkür nach ihrer Verhaftung vertraut zu machen, konfrontierte Folker Förtsch sie mit zentralen Fragen: Was war damals anders als heute? Wie wurde in der Diktatur Hitlers die freie Meinungsäußerung sanktioniert? Welche Maßnahmen wurden gegen „rassisch Minderwertige“ getroffen, auch in Crailsheim?

Damit war der Rahmen umrissen, gegen den sich der Widerstand der „Weißen Rose“ richtete, besonders nachdem die Gerüchte über die Gräuel im Russlandfeldzug sich für die Frontkämpfer der Studentengruppe bewahrheitet und sie die Lügenpropaganda des Regimes entlarvt hatten.

Hans Scholl als Person wurde den Schülern nacherlebbar skizziert, vor allem die Entwicklung seiner kritischen Geisteshaltung nach der frühen Begeisterung für die Hitlerjugend, in der er es bis zum Fähnleinführer brachte.

Ausstellung bis 10. Juli

Verstärkt wurde die erkennbare Betroffenheit durch eine Spontan-Performance unter Leitung von Laura Tröster und einem von Elisa Otto gesungenen Lied. Die Ausstellung im Foyer der Realschule ist noch bis zum 10. Juli an der RaK zu besichtigen.

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