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Crailsheim / Joachim Mayershofer Die Hakro Merlins brauchen in Crailsheim eine geeignete Halle, meint unser Reporter Joachim Mayershofer.

Wir hatten da ein Heimspiel“ – das sagen Verantwortliche von Sportvereinen für gewöhnlich dann, wenn ihre Fans auswärts so Stimmung gemacht haben, dass es sich eben wie bei einem Heimspiel angefühlt hat. Für die Crailsheimer Basketballer und deren Anhänger kommt es aber nun tatsächlich so, dass sie in der Fremde ein Heimspiel austragen müssen. Ihr letztes Saisonspiel am 12. Mai gegen Oldenburg müssen die Merlins in Würzburg bestreiten. Weil die Arena Hohenlohe in Ilshofen, in der Bundesliga die Heimspielstätte der Hakro Merlins Crailsheim, gleichzeitig belegt ist. Durch eine Tattoo-Messe.

Und da wird auch schon ein großes Problem überdeutlich, das seit Jahren besteht: Die Merlins brauchen nicht in Ilshofen eine geeignete Halle, sondern in Crailsheim, wenn sie der Region weiterhin erstklassigen Sport bieten wollen. Gut 350.000 Euro müssen die Crailsheimer Basketballer nach Auskunft von Geschäftsführer Martin Romig alleine für die Spiele in der Arena Hohenlohe aufwenden: Hallenmiete, Reinigung, diverse Container für Lager, Schiedsrichter und Abendkasse, Auf- und Abbau des Parketts, et cetera. Viel Geld, das mit einer Halle in Crailsheim in die Profimannschaft und die ganze Abteilung investiert werden könnte. Schaffen es die Merlins sportlich, die Klasse zu halten, müssen sie im nächsten Jahr einen Bundesligaetat von mindestens drei Millionen Euro vorweisen können. In dieser Saison haben sie einen Etat von 2,5 Millionen Euro. 14 Prozent gehen also alleine für die Arena Hohenlohe drauf, die für 17 Heimspiele pro Saison jedes Mal aufs Neue bundesligatauglich hergerichtet werden muss.

Joachim Mayershofer kommentiert.
© Foto: Daniela Knipper

Bundesligaplanung ist nicht einfach

Zu Recht wird die Arena Hohenlohe oft als Schmuckkästchen betitelt, das Rund hat seinen Charme zwischen einigen biederen Hallen anderer BBL-Standorte. Aber: Eine Bundesligaplanung rund um die vielen anderen Veranstaltungen dort ist nicht einfach. Zwischen Landjugenddisko, Tattoo-Messe und Zuchtviehversteigerung muss erst einmal ein Termin gefunden werden, der nicht vom Rahmenterminplan der BBL abweicht. Fans, die sich in Crailsheim ein Spiel anschauen könnten, würden sicher auch in den Restaurants oder Kneipen in der Stadt noch den einen oder anderen Euro liegen lassen. Das Geld geben sie nun am Muttertag in Würzburg aus – wenn der größte Werbeträger der Stadt Crailsheim zu Gast ist und hoffentlich spätestens dort den Klassenerhalt feiern kann.

Es wäre doch wirklich kaum vorstellbar, wenn sich irgendwann eine andere Stadt aus dem weiteren Umland die Merlins einverleiben würde.

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