Wenn wir Schule neu denken, dann geht es nicht mehr um die Optimierung des Bestehenden, sondern um einen nachhaltigen Paradigmenwechsel. Dazu braucht es Sinn, Inspiration, Voneinanderlernen, Zusammenarbeit vieler Menschen und Organisation und auch den Mut zum zeitnahen Handeln.” Mit diesen Worten wird im VHS-Programm umrissen, worum es Margret Rasfeld geht, die am 20. November zum Vortrag an die Eichendorffschule kommt.

Sie war im Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin eine der Kernexpertinnen im Themenstrang „Wie wollen wir lernen?“. Und sie ist Initiatorin und Mitbegründerin der Bildungsinitiative „Schule im Aufbruch“, für die sie durch die deutsche UNESCO-Kommission und das Bundesministerium für Bildung und Forschung ausgezeichnet wurde. Zu den vielen Preisen und Auszeichnungen, die Rasfeld erhielt, zählt auch der Querdenker-Award in der Kategorie „Vordenker“ Inzwischen ist sie als Botschafterin für eine neue Lernkultur der Potenzialentfaltung unterwegs an Schulen und Bildungseinrichtungen.

Youtube Margret Rasfeld erläutert ihre Gedanken zur Schule der Zukunft

Rasfeld fordert eine Schule nach neuen Grundsätzen

„Crailsheim ist keine so große Stadt, da ist viel Potenzial da“, sagt Margret Rasfeld mit Blick auf ihren bevorstehenden Besuch. Dass die Einladung von allen Crailsheimer Schulen ausging, freut sie besonders, zeigt dies doch, dass eine Voraussetzung für neues Denken zumindest in den Grundzügen schon vorhanden ist. „Wir brauchen neue Formen der Zusammenarbeit, von der Konkurrenz zum Wir“, betont sie und umreißt kurz, was die Zuhörer von ihrem Vortrag erwarten dürfen: „Ich werfe einen Metablick auf unsere Gesellschaft, die wir ändern müssen. Dieser Blick ist für viele Leute neu, weil wir uns oft im Klein-Klein bewegen. Dazu gehört auch der Metablick auf das Schulsystem.“

Zu diesem Metablick gehört auch eine Statusmeldung, die sie vor den Ausblick auf die Zukunft stellt: „Die Bildungslandschaft ist stehen geblieben in der Vergangenheit. Sie bewegt sich nicht vorwärts, sondern ist am Rückwärtsrollen. Das ist lachhaft angesichts dessen, was die Jugendlichen in Zukunft an Herausforderungen leisten müssen“, sagt sie. „Aufbruch muss von der Basis kommen, da sitzen die Experten“, sagt sie und meint damit Lehrer, Schüler und Eltern. Nachhaltige Schule, mehr Engagement und Humanität, die richtige Vorbereitung auf eine Zukunft, die statt klar gesetzter Berufsbilder viel Veränderungen und vor allem viel Ungewissheit bereithält für die heranwachsende Generation: Das sind die Vorzeichen, unter denen Rasfeld den Aufbruch der Bildungslandschaft verstanden wissen will. Erfahrung aus der Praxis bringt sie mit, hat sie doch selbst eine Schule nach neuen Grundsätzen aufgebaut, nach deren Vorbild inzwischen in drei Bundesländern Schulen aufgebaut werden.

Angst vor Veränderung soll überwunden werden

Mit ihren Vorträgen will sie eine Vision greifbar machen. Bilder und Visionen, über die Praxis reden und das große Ganze nicht aus dem Blick verlieren, darum geht es Margret Rasfeld, wenn sie zum Aufbruch anstiftet. „Das ist kein Trend, sondern dringende Notwendigkeit“, sagt sie eindringlich, weshalb tief verwurzelte Annahmen und Muster aufgelöst und alte Ängste vor Veränderung und Ungewissheit überwunden werden müssen. Neue Methoden, Sinn und Vertrauen in das Neue, all dies will Margret Rasberg in ihrem Vortrag vermitteln, zu dem übrigens auch Schüler willkommen sind.

Info


„Das Lernen der Zukunft – Bildung für eine Welt des Wandels. Eine Anstiftung zum mutigen Handeln”, gibt es am Mittwoch, 20. November, um 19 Uhr, in der Eichendorffschul-Aula. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung zur Planung ist erwünscht unter vhs@crailsheim.de oder unter 0 79 51 / 4 03 38 00.