Die ersten sieben Autos warteten gestern Abend schon vor der Öffnungszeit vor der Halle im Industriegebiet Flügelau in Crailsheim, in der das Landratsamt eines von zwei Corona-Testzentren eingerichtet hat. Einen großen Ansturm gab es nicht, nur Patienten, die von ihrem Hausarzt geschickt wurden, fanden sich ein. 20 Testpersonen standen auf der Liste.

Erster Tag am Corona-Testzentrum

Virus Erster Tag am Corona-Testzentrum

Landkreis stellt Halle, Kreisärzteschaft die Ärzte

In der Halle bereiteten sich Ärzte und Mitglieder des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf den ersten Einsatz im Drive-in-Zentrum vor. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Der Landkreis stellt die Halle zur Verfügung, die Kreisärzteschaft übernimmt die Organisation und stellt die Ärzte und wird dabei vom DRK unterstützt.

Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. Gunther Gropper steckte bereits im Ganzkörper-Schutzanzug, als er das Prozedere mit Silvia Reich vom DRK und Werner Schmidt, Geschäftsführer des Klinikums Crailsheim, ein letztes Mal durchsprach.

Pünktlich um 18.30 Uhr fuhr die erste Patientin in die Halle. Durch die geöffnete Autoscheibe nahm Gropper den Umschlag entgegen, den die Frau von ihrem Hausarzt bekommen hatte, und ließ sich ihren Personalausweis zeigen. Mit dem Stäbchen nahm er einen Abstrich in Rachen und Nase, steckte das Abstrich-Stäbchen ins mitgelieferte Röhrchen und verschloss es schnell.

Ergebnis gibt es vom Hausarzt

Die Probe steckte der Arzt in einen Beutel, der ebenfalls gut verschlossen wurde. „In einigen Tagen bekommen Sie das Ergebnis, Ihr Hausarzt wird Sie informieren“, sagte Gropper. Die Fensterscheibe wurde geschlossen, die Frau fuhr davon und das nächste Auto wurde in die Halle gelassen.

Tests am Drive-in-Zentrum sicherer für Ärzte

Die einzelne Probenahme dauerte nur wenige Minuten. „Da die Testpersonen ihr Fahrzeug nicht verlassen und nicht mit Gegenständen oder Personen in Kontakt kommen, können wir hier viel sicherer testen als in einer Praxis“, sagte Gropper, als er eine Stunde später die Schutzkleidung ablegte. Gerade war der letzte Patient aus der Halle gefahren. „Alles lief ruhig und geordnet ab“, zog der Vorsitzende der Ärzteschaft Crailsheim, Dr. Helmut Kopp, eine positive Bilanz. „Es war aber auch generalstabsmäßig durchgeplant.“

Überweisung nur bei begründetem Verdacht


In den Drive-in-Zentren in Crailsheim und Michelfeld werden nur Bürger des Landkreises Schwäbisch Hall getestet, die folgende Unterlagen dabei haben: eine Überweisung ihres Hausarztes, das für den Test erforderliche Röhrchen, beschriftet mit den Patientendaten, sowie ihren Ausweis.

Der Hausarzt stellt die Überweisung nur bei begründetem Verdacht aus. Dieser liegt vor bei schweren Krankheitssymptomen  der Atemwege und direktem Kontakt zu einem Corona-Erkrankten oder dem Aufenthalt in einem Risikogebiet.