Es ist das kaum wahrnehmbare Augenzwinkern, das die Musik so sympathisch macht. Das "Salonorchester Sternenglanz" gastierte am Sonntagabend im Spektrum in Blaufelden. Vor vollem Haus. Und vor ziemlich genau einem Jahr, am 12. Januar 2014, feierten die Crailsheimer Musiker - Crailsheimer darf man sie mit Fug und Recht nennen - in Blaufelden Premiere. An diesem Sonntagabend des Jahres 2015 kann der Kulturamtsleiter Werner Schieber nicht nur stolz auf 25 Jahre Kulturarbeit in Blaufelden verweisen, er darf auch für sich in Anspruch nehmen, dem Salonorchester mit aus der Wiege geholfen zu haben.

Die zehn sind es wert. Was sie an diesem Sonntagabend dem Publikum bieten, ist eine glanzvolle Zeitreise, eine Reise in die Zeiten, in denen Musik noch von Hand gemacht wurde und immer noch wird. Es mag sein, dass es nicht mehr zeitgemäß ist, eine Geige zu beherrschen oder einen Kontrabass, eine Flöte oder ein Akkordeon. Es mag auch sein, dass das Kratzen auf einer Schallplatte aktueller ist als ein sauber gespieltes Geigen-Solo. Nur, der Abend in Blaufelden beweist, eines bleibt unveränderlich spannend: die von Hand gemachte Musik.

Das "Salonorchester Sternenglanz" bietet genau das. Natürlich sind die Melodien bekannt, "Rosen aus dem Süden" haben schon unsere Großväter und Großmütter gehört. Und die Krimi-Mimi kennen wir seit den Fünfzigern. Trotzdem: Wenn Eckhart Baier die Geige ansetzt, wenn Hannes Baiers Saxofon schluchzt, wenn Jörg Baier sein Cello brummen lässt und Albrecht Raddatz am Flügel die melodischen Vorgaben intoniert, dann entsteht eine Stimmung, die kein Elektroniker jemals hinbekommen würde.

Dazwischen brillieren Leona Rötzch an der Querflöte und Bernhard Hübner an der Klarinette. Nicht zu vergessen der junge Felix Kautter am Akkordeon. Er legt einen viel beachteten Auftritt hin. Und: Sie werden leicht vergessen: die Jungs an der "Maschine", die Schlagzeuger, die eigentlich alles am Laufen halten. Florian Friedrich, dezent und trotzdem bestimmend.

In die gleiche Kategorie gehören die Kontrabassisten, die jeder eigentlich nur im Hintergrund hört - die aber unverzichtbar sind. Alle Musiker haben das Pochen des Basses im Gehör - denn Jochen Zeuner legt die Bass-Linien souverän.

Das Schlusswort des Abends gehört natürlich Werner Schieber und Bürgermeister Klaus Köger, die sich bedanken bei "Sternenglanz". Ein "glänzender Auftritt" sei es gewesen und das Publikum dankt mit reichlich Applaus. Aber neben den Kulissen steht einer, der sich richtig freut: Bäcker Baier aus Crailsheim. Der Senior hat seine Jungs begleitet. Ein Leben lang die Nächte durchgebacken und - nebenbei - Cello gespielt. Auf den Nachwuchs darf er stolz sein. Auch wenn sie "augenzwinkernd" aufspielten.