Die grauen Fliesen in der umgebauten Rettungswache in Blaufelden waren mal Feuerwehr-Boden. 36 graugeflieste Quadratmeter zeigen, dass die Feuerwehr ein gutes Stück ihres Magazins aufgegeben hat, um dem Roten Kreuz ein Verbleiben in der Schulstraße zu ermöglichen.

Peter Krauß, Leiter der Rettungswache, stellte die erweiterte Wache vor. Vorbei ist die Zeit, in der „Männlein  und Weiblein“ ein gemeinsamer, zudem sehr kleiner Ruheraum zur Verfügung stand, in dem sich das Team auch noch umziehen musste. Für fünf Hauptamtliche und vier Teilzeit-Rettungssanitäter, die rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr Dienst tun, bricht eine neue Ära an; die zeitgemäße Duschgelegenheit, vor allem aber der Ruhe- und der kleine Mehrzweckraum schaffen eine ganz andere Aufenthaltsqualität.

Feuerwehr wartet noch

Gemeinde und DRK danken der Feuerwehr mit Kommandant Rolf Kastler. Dieser nutzte die Chance, Bauamtsleiter Alfred Liebetanz daran zu erinnern, wie dringend die Blaufelder Wehr ihrerseits eine Erweiterung benötigt. Nachdem die Wehr ihren Mannschaftsraum für die DRK-Erweiterung geräumt hat, wartet sie jetzt selbst auf einen Anbau mit Mannschaftsraum und Umkleide.

Der DRK-Kreisverbandsvorsitzende Dr. Karl Rosenhagen erinnerte daran, dass das Fortbestehen des DRK in Blaufeldens Ortsmitte lange „in den Sternen stand“; das Rote Kreuz habe bereits nach alternativen Grundstücken gesucht. Die Baukosten der Gemeinde werden nun über die Mieteinnahmen refinanziert, auch das würdigte Rosenhagen als gute Lösung.

„Das ist immer noch alles andere als Luxus“, kommentierte Bürgermeisterin Petra Weber die Umbaumaßnahme: „Da lässt sich leicht vorstellen, wie notwendig das Ganze war.“ Wer diesen schweren Dienst tue, müsse gut untergebracht sein. Für sie war eine Aussage Rosenhagens besonders wichtig: „Auf absehbare Zeit bleiben Notarzt und Rettungsdienst hier.“ Es sei wichtig, die Bevölkerung im Notfall gut versorgt zu wissen. 40 000 Euro habe die Gemeinde dafür eingesetzt.

Grill als Dankeschön

DRK-Kreisgeschäftsführer Stefan Amend führte aus, was und wie die Haller Firma Bäuerle Bau Team ab Mitte März drei Monate gebaut hat. Dem gut gelaunten DRK-Team Blaufeldens stellte er mit Augenzwinkern einen „neuen saisonalen Mitarbeiter“ vor – den offenbar seit Langem gewünschten Grill, Zeichen der Dankbarkeit für rund hundert in Eigenleistungen investierte Arbeitsstunden.

Während seiner 30 Jahre in Blaufelden habe sich die Einsatzzahl vervielfacht; so Peter Krauß; am Mittwoch etwa gab’s es in Blaufelden sieben Einsätze – die im Schnitt eineinhalb bis zwei Stunden dauern, weil ein Krankenhaus angefahren werden muss. In dieser Zeit kommen Krankenwagen von außerhalb. Vivien Rieger, Rettungsdienstleiterin im Landkreis, bestätigte die Einschätzung des Blaufelder DRK. Amend zufolge fliegen auch die Hubschrauber immer mehr DRK-Einsätze. 450-mal war die Luftrettungsstation in Dinkelsbühl-Sinbronn 2016 gefordert, 2017 wird voraussichtlich die 600er-Marke überschritten – um schneller bei Patienten sein zu können, die von „bodengebundenen Fahrzeugen“ nicht annähernd in einer akzeptablen Zeit erreicht werden können. „Die Aufstockung der Rettungswachen hinkt den gestiegenen Einsatzzahlen hinterher“, sagt Peter Krauß.