2014 gründete die Stadt Crailsheim zusammen mit Öhringen, Bad Mergentheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall die Initiative „Hohenlohe Plus“. Ziel sei es, die „Marke Hohenlohe“ bekannter zu machen, betont Oberbürgermeister Rudolf Michl, der die kulturelle Delegation der Stadt am Samstag nach Öhringen begleitete. Ein Modul dieser Werbekampagne sind die Städtetage auf der Gartenschau. Viele Menschen wüssten gar nicht, welche attraktiven Lebens- und Arbeitsbedingungen sie in Hohenlohe vorfänden und welches breit gefächerte Kulturangebot hier auf sie warte, meint Michl.

Dass die Stadt Crailsheim dazu einiges beizutragen hat, dessen wurde man sich auch in Öhringen erst so richtig bewusst, nachdem die Hundertschaften eingetroffen waren und sich mit ihren Aktionen auf dem ganzen weitläufigen Parkgelände verteilten. „Die waren selber erschrocken, was wir alles anbringen“, berichtet Susanne Kröper-Vogt, die Fachbereichsleiterin für Kultur und Wirtschaft bei der Stadtverwaltung.

Ständig von Publikum umlagert war der Infostand der Fränkischen Familie vor dem Landkreispavillon. Die 1000 salzigen Horaffen seien am frühen Nachmittag schon alle weg gewesen, berichtet Wirtschaftsförderer Kai Hinderberger, der auch eine Schicht übernommen hatte. Die ungewöhnliche Form des Craalsemer Traditionsgebäcks bot Anlass zu vielen Fragen und interessanten Gesprächen zur Geschichte der Stadt und machte die Besucher neugierig auf Highlights wie das Fränkische Volksfest.

Wenn nicht nur die Horaffen gut ankommen

Sympathische und witzige Botschafter für das Crailsheimer Kulturwochenende vom 21. bis 24. Juli waren die vier Römer vom „Theater Pikante“. Mit urkomischen Einlagen gespickt patrouillierten sie entlang der großen Blutbuchenhecke, die den historischen Verlauf des Öhringer Limes markieren soll. „Sie machen gern Werbung für uns und gehören zu den Gruppen, die mit uns groß geworden sind“, sagte Kuwo-Sprecher Hans Stutz über die Straßentheatertruppe, die schon seit 20 Jahren beim Kulturwochenende dabei ist.

Einen bunten und mitreißenden musikalischen Reigen boten die Bands und Kapellen aus der Horaffenstadt: Mit schneidigen Märschen spielte die Bürgerwache auf der Allmand-Bühne im Hofgarten auf. Die große überdachte Sparkassenbühne füllte mit ihrem vormittäglichen Platzkonzert die Stadtkapelle, und am Nachmittag gab es dort von den „Harmonia Swingers“ fetzige Rock- und Pop-Songs mit unter die Haut gehenden Soloeinlagen diverser Sänger. Eher beschaulich und gemütlich ging es in der lauschigen Kulturlounge unter alten Bäumen zu, wo das Duo Wünsch/Wassmer mit gediegenem Folk- und Country-Sound und später die fünf Hohenloher Urgesteine von „Echt handg’macht“ mit Mundartsongs und alten Schlagern aufwarteten.

Auch die junge Generation aus Crailsheim war in Öhringen gut vertreten: Mit sportlichen und temperamentvollen tänzerischen Einlagen glänzten die Hip-Hop-Gruppen „Radical Steps“ und „T-Stylz“ vom „Movin“ sowie die beiden Tanzformationen der Tanzschule Hiller bei ihren Auftritten auf der Allmand-Bühne. Weiter abseits im „Genießer-Garten“ gab die Showgruppe von „Stack Attack“ Roßfeld unter Anleitung von Bianka Engelmann eindrucksvolle Kostproben des blitzschnellen und rhythmischen Becherstapelns. Stacking sei ein Sport für alle Altersgruppen und biete Erfolgserlebnisse für jeden Fitnessgrad, meint die vierfache Stacking-Weltmeisterin aus Crailsheim.

Zu ihrem Auftritt auf der Allmand-Bühne waren die Mannen von der Crailsheimer Bürgerwache diesmal mit der normalen schwarzen Dienstmütze gekommen. Den bei Feiern und Paraden üblicherweise verwendeten schmucken weißen Federbusch hatten sie im Hinblick auf das wechselhafte Wetter zu Hause gelassen. Ein Federbusch sei sehr empfindlich und würde rund 100 Euro kosten, klärte Kommandant Jürgen Rosenäcker über die historische Uniformierung auf, die auf die württembergisch-hohenzollerschen Jägerbataillons zurückgehe.

Endlich hätte er einmal Gelegenheit, einen Horaffen zu probieren, freute sich Walter Krüger aus Niederstetten am Infostand der Stadt Crailsheim. Das geschwungene Käse-Kümmel-Gebäck mundete ihm vortrefflich, und interessiert nahm er dabei zur Kenntnis, dass es auch noch eine süße Variante des Crailsheimer Traditionsgebäcks gibt. Damit ihm seine Frau beide Varianten zu Hause nachbacken kann, gab ihm Doris Gieger vom Bürgerbüro die Flyer der Horaffen-Rezepte mit auf den Weg. Diese fanden übrigens neben diversen Crailsheim-Aufklebern, dem Volksfest-Programm sowie Sommerblumen-Samenmischungen aus dem Stadtbienen-Projekt viele interessierte Abnehmer unter den Besuchern der Landes- gartenschau.