Vortrag Die Krise mit den Flüchtlingen

„Niemals in der Geschichte haben sich mehr Menschen auf den Weg nach Europa gemacht – über Grenzen hinweg und ungeachtet aller Gefahren von Leib und Leben“, heißt es im Programm der VHS.
„Niemals in der Geschichte haben sich mehr Menschen auf den Weg nach Europa gemacht – über Grenzen hinweg und ungeachtet aller Gefahren von Leib und Leben“, heißt es im Programm der VHS. © Foto: LaPresse/Vincenzo Livieri
JULIA VOGELMANN 24.11.2016
Katrin Jullien kennt die politische und gesellschaftliche Situation in Europa. Ihr Thema: Migration, Fluchtursachen, Fluchtwege, Hintergründe.

Wie soll die Euro­päische Union mit Migration umge­­hen? Fluchtursachen, Fluchtwege, Hintergründe“ – mit dem Thema beschäftigt sich ein Vortrag an der Volkshochschule Crailsheim am Mittwoch, 30. November, von 19.30 bis 21 Uhr. Beleuchtet werden soll die größte Umbruchsituation, in der sich die Europäische Union seit ihrem Bestehen befindet. „Niemals in der Geschichte haben sich mehr Menschen auf den Weg nach Europa gemacht – über Grenzen hinweg und ungeachtet aller Gefahren von Leib und Leben“, heißt es im Programm der VHS, weshalb sich auch die deutsche Gesellschaft auf Veränderungen einstellen muss.

In Kooperation mit dem Europabüro Wolpertshausen als Europe-Direct-Information-Center im Landkreis Schwäbisch Hall wird die Ethnologin Katrin Jullien aus dem Team Europe der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland als Referentin zu Gast sein. Mit einem Master in Europawissenschaften und dem persönlichen Fokus auf globale Wanderbewegungen, der EU-Migrationspolitik, Integration, humanitärer Hilfe und Ursachen von Leid und Ausgrenzung, ist sie eine Kennerin der gesellschaftlichen und politischen Situation in Europa.

Anhand von Beispielen wird sie Hintergründe und Fluchtursachen sowie Fluchtwege und die damit verbundenen Umstände beleuchten. „Der Beitrag, der ein breites politisch interessiertes Publikum ansprechen möchte, wird einen Überblick über die Antworten der EU auf die globalen Wanderbewegungen geben und versucht zu erklären, dass die Ankunft von Flüchtlingen und Migranten in der letzten Zeit hier in Deutschland keine Migrations- oder Flüchtlingskrise ist, sondern eine politische Krise“, fasst Katrin Jullien zusammen, was die Zuhörer erwartet.

Außerdem wird sie die Situation in Deutschland und Europa in Relation zu weltweiten Wanderbewegungen und zu aufnehmenden Ländern in anderen Teilen der Welt in Relation setzen und in diesem Zusammenhang aufzeigen, dass Migration global betrachtet werden muss und Zusammenhänge auch im Lebensstil, dem Konsum und den Lebensbedingungen in den Herkunftsländern der Menschen, die nach Deutschland kommen, zu suchen sind.

„Nachhaltige Lösungen liegen nicht in der Externalisierung von Außengrenzen und in deren sicherheitstechnischen Aufrüstung“, gibt Katrin Jullien eine kleine Vorausschau auf die Richtung, in die Lösungsvorschläge gehen und Denkansätze gelenkt werden könnten. Gleichzeitig verurteilt sie die Idee von Auffanglagern und Abkommen mit Transitländern als Scheinlösungen, die dazu dienen, nicht das zu schützen, was eigentlich von der Gesellschaft geschützt werden sollte. „Nicht die EU-Außengrenze muss geschützt werden, sondern Menschen, die schutzbedürftig sind und ein menschenwürdiges Leben in ihren Ländern nicht führen können“, so die Referentin darüber, wo die Handlungsprioritäten liegen sollten.

Info Der Vortrag ist kostenfrei, Anmeldungen sind unter Telefon 0 79 51 / 9 48 00 erwünscht.