DIE HT-UMFRAGE: "Kleinigkeiten zahle ich lieber in bar"

JANA WENGERT 13.02.2016
Momentan wird in Deutschland über eine Bargeldobergrenze von 5000 Euro diskutiert. Das HT hat Bürger gefragt, ob sie sich auch vorstellen könnten, ausschließlich mit Karte zu zahlen.

"Kleinigkeiten zahle ich lieber in bar", sagt Gisela Kohr (72) aus Crailsheim. Bei ihr liegt die Grenze meist bei zehn Euro - alles darüber zahle sie mit Karte. "Wenn irgendwann nur noch der Einsatz einer Bankkarte möglich ist, wäre das eine große Umstellung." Besonders für die ältere Generation sieht die Rentnerin einen Nachteil: "Man ist es ja gewohnt, seine Einkäufe meist bar zu zahlen." Die Geldwäsche wäre durch die Umstellung aber vermeidbar.

"Ich zahle meistens bar, solange ich das nötige Kleingeld dabeihabe", sagt Torben Pahl (32) aus Crailsheim. Er vermutet, dass es noch ein paar Jahre dauern werde, bis man ausschließlich mit Karte zahlen könne. Ein Problem sieht der Student darin allerdings nicht: "Die Technik wird auch voranschreiten, und irgendwann ist alles digital vernetzt." Ob eine Bargeldobergrenze auch Schwarzgeld-Geschäfte verhindern kann? "Ich denke, dass es hier weiterhin Kriminelle geben wird."

"Wenn alles nur noch mit Karte bezahlbar ist, dann ist das eine deutliche Einschränkung der Freiheit", sagt Manfred Reich (73) aus Crailsheim. Er meint, dass man immer mehr zu einem gläsernen Bürger wird und dadurch Eingriffe in die Privatsphäre gewährt. "Bisher habe ich meine Einkäufe immer gerne in bar gezahlt und hoffe, das wird auch noch eine Weile so bleiben."

"Es wird ziemlich umständlich werden, alles auf Kartenzahlung umzustellen", sagt Sonja Neumann (43) aus Crailsheim. Ihr Mann wurde vor ein paar Jahren Opfer eines Kreditkartenbetrugs, weshalb die Angestellte lieber bar zahlt. "Vermutlich werden auch viele Datenschützer ein Problem damit haben, wenn alles aufgelistet wird, was man ausgibt." Sie selbst habe damit aber kein Problem.

"Kleine Beträge zahle ich lieber bar, vor allem, weil es an der Kasse auch schneller geht", sagt Ernst Bergner (72) aus Crailsheim. Zudem habe man vermutlich auch keine genaue Übersicht mehr, was ausgegeben wurde. Statt einer Obergrenze von 5000 Euro fände es der Rentner sinnvoller, dieses Limit auf 20 000 Euro zu erhöhen. "Für den täglichen Einkauf halte ich die Umstellung auf Kartenzahlung für unnötig."