Crailsheim Herzsportgruppe hat zu wenig Platz

Die TSV-Herzsportgruppe hat einen Aufnahmestopp verhängt, weil die Stadt keinen zusätzlichen Hallenplatz mehr zur Verfügung stellen kann.
Die TSV-Herzsportgruppe hat einen Aufnahmestopp verhängt, weil die Stadt keinen zusätzlichen Hallenplatz mehr zur Verfügung stellen kann. © Foto: Ute Schäfer
Crailshem / Ute Schäfer 13.03.2018
Aufnahmestopp in der Herzsportgruppe des TSV. Solange die Gruppe keine neue Halle findet, wird sich das auch nicht ändern.

Nachwuchssorgen hat die Crailsheimer Herzsportgruppe keine. „Es kommen ja immer wieder Herzkranke nach“, sagt Eberhard Schuch und grinst. Doch ganz sorgenlos ist die Gruppe nicht.

Dabei ist eine Herzsportgruppe etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil die Sportler alle eine ähnliche (Krankheits)-Geschichte haben, was zusammenschweißt, meint Schuch, der diese Abteilung des Crailsheimer Turn- und Sportvereins (TSV) leitet.

Sie sind auch etwas Besonderes, weil immer ein Arzt mit dabei ist. Denn selbst wenn die Bewegung gemäßigt ist und es keinen Leistungsdruck gibt, „kann doch immer mal etwas passieren“, so Schuch. In den letzten Jahren waren die Ärzte zwar arbeitslos (wenn sie nicht gerade selbst mitgeturnt haben), „aber ja, die Möglichkeit besteht“.

Doch etwas anderes bereitet dem Abteilungsleiter viel mehr Sorgen: Mittlerweile sind so viele Betroffene bei der Gruppe dabei, dass die Halle nicht voller werden darf. Denn für Herzsportgruppen gibt es strenge Auflagen: Jeder Arzt darf nur drei Gruppen gleichzeitig betreuen. Und pro Gruppe sind nur 20 Teilnehmer möglich, macht insgesamt 60. Und so viele sind es mittlerweile. Weil diese Höchstzahl erreicht ist, braucht es für eine neue Gruppe – die die TSV-Abteilung gerne eröffnen würde – erstens eine neue Halle, zweitens einen weiteren Arzt und drittens einen Gruppenleiter.

Doch schon am ersten Punkt scheitert es. Eberhard Schuch: „Die Stadt kann uns keine Halle geben. Der Hallenplatz ist wohl komplett ausgebucht.“

Also vermeldet die Homepage der Herzsportgruppe in großen roten Lettern: „Aufnahmestopp! Leider haben wir unsere Kapazitätsgrenzen erreicht“.

Bis auf Weiteres werden nun alle Interessenten nach Hause geschickt. Eberhard Schuch: „Das war gleich letzte Woche der Fall. Da war eine ältere Dame da, die gleich wieder heimgehen konnte. Heute waren es zwei Herren. Dabei sollte doch eigentlich jeder mitturnen können, der das will und braucht.“

Die Herzsportgruppe wurde vor 30 Jahren gegründet, denn schon damals galt: Nach Herzoperationen, Herzinfarkten oder Bypässen ist „gemäßigter und nachhaltiger Sport die beste Medizin“. So jedenfalls heißt es auf der Homepage der Gruppe. Mediziner bestätigen das.

Speziell ausgebildete Gruppenleiter sind für das Aufwärmen zuständig, das die 60 Sportler gemeinsam absolvieren. Für die Fitness-, Gymnastik- und Dehnübungen teilen sie die Sportler dann hinterher auf.

Eberhard Schuch führt jetzt eine Warteliste, drei Namen stehen schon darauf. „Und es werden sicher mehr. Aber solange wir keine Halle finden, wird es im TSV auch keine vierte Gruppe geben. Denn erst wenn wir eine Halle haben, schauen wir nach einem Arzt. Hoffentlich macht uns dann der Ärztemangel keinen Strich durch die Rechnung.“

Immer mittwochs in der Großsporthalle

Die Herzsportgruppe wird als Abteilung des Crailsheimer Turn- und Sportververeins (TSV) geführt, Eberhard Schuch ist der Abteilungsleiter. Training ist immer mittwochs von 17.30 Uhr bis 19 Uhr in der Großsporthalle in Crailsheim. Weitere Informationen gibt es hier: www.herzsportgruppe-crailsheim.de

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