Städtefreundschaft Die Erinnerung ist lebendig

Theodora Cashel erhielt bei der Volksfesteröffnung 1958 ein Schokoladenherz von Bürgermeister Wilhelm Gebhardt.
Theodora Cashel erhielt bei der Volksfesteröffnung 1958 ein Schokoladenherz von Bürgermeister Wilhelm Gebhardt. © Foto: Stadtarchiv Crailsheim
Crailsheim / Andreas Harthan 16.09.2017

„Von allen Volksfesten (...) wird das des Jahres 1958 für alle Zeiten als ein besonderes im Gedächtnis haften bleiben.“ Das hat der frühere HT-Redaktionsleiter Albert Gscheidle einst im Hohenloher Tagblatt geschrieben. Ein besonderes war es, weil mit Theodora Cashel die Begründerin der Städtepartnerschaft zwischen Crailsheim und Worthington gekommen war. Und zwar nicht irgendwann im Jahr, sondern zum Volksfest.

Über den Besuch aus Amerika schrieb Gscheidles Ehefrau Gudrun Gscheidle-Katz in ihrem Buch „Partnerschaft des Friedens“: „Von der ersten Minute an hatte die Wohltäterin die Herzen der Bevölkerung gewonnen.“ Theodora Cashel und ihr Mann Charles hatten 1958 eine Weltreise unternommen und ihren Deutschland-Aufenthalt so gelegt, dass sie zum Volksfest in Crailsheim sein konnten. Hier nahmen sie an der Bierprobe teil und schauten sich den Umzug an. Theodora Cashel taufte zudem ein Segelflugzeug auf den Namen „Worthington“ und zeigte sich, schreibt Gscheidle, „überwältigt von dem großartigen Empfang in Crailsheim und der herzlichen Gastfreundschaft“.

Ehrenbürgerin

Es ist nicht der einzige Crailsheim-Besuch von Theodora Cashel geblieben. 1979 war sie wieder hier und auch 1987. Bei diesem Aufenthalt wurde sie mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt ausgezeichnet. Sie ist bis heute die einzige Frau, die von der Stadt Crailsheim ­diese Ehrung erhalten hat. Theodora Cashel ist 1992 im Alter von 81 Jahren gestorben.

Info Die Städtefreundschaft zwischen Crailsheim und Worthington ist in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden.

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