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Crailsheim / Christine Hofmann  Uhr
Ulrike Parthen zog der Liebe wegen nach Crailsheim – und verliebte sich in Stadt und Umgebung. Davon berichtet sie in ihrem neuesten Buch.

Schreiben ist für Ulrike Parthen eine Herzensangelegenheit. Ihr Beruf hat viel mit Schreiben zu tun. Als Werbetexterin fasst sie Bilder und Botschaften für ihre Kundschaft in Worte und setzt Produkte sprachlich ins rechte Licht. Und selbst in ihrer Freizeit kann sie die Finger nicht von der Tastatur lassen. Ulrike Parthen schreibt all die kleinen und großen Geschichten auf, die ihr im Leben begegnen. Diese bringt sie in Buchform und veröffentlicht sie im Selbstverlag. Mit „Sauerkraut und Peperoni“, ist gerade ihr neuestes Werk erschienen.

Es ist eine Crailsheimer Liebes-Komödie mit stark autobiografischen Zügen. Genaugenommen ist es eine Fortsetzungsgeschichte. In Teil 1 („Amor, er und ich“) schildert die Autorin, wie sie ihren Traummann Rüdi kennen- und liebenlernt und kurzentschlossen zu ihm nach Crailsheim zieht. Damit begegnet die Schwäbin der Hohenloher Mentalität, wundert sich über Ampelschaltungen in der großen Kreisstadt und andere regionale Eigenarten. Der jetzt erschienene zweite Teil dreht sich um das große Thema Heiraten. „Es sind einfach so viele witzige Dinge passiert, an der Fortsetzung führte kein Weg vorbei“, erzählt Ulrike Parthen. Natürlich treibt sie die Alltagskomik zuweilen auf die Spitze, aber in einem Roman ist das ja durchaus erlaubt. „Einen Krimi erfinden, das liegt mir nicht“, sagt die Autorin. Sie mag es realistisch.

„Ich denke, dass sich viele in dem Buch wiederfinden werden“, vermutet die 48-Jährige. Die Crailsheimer werden Bekanntes entdecken – den Volksfestplatz mit seinen Schlaglöchern oder das Fränkische Volksfest mit seinen Bierzelten und Fahrgeschäften etwa – und alle, die in einer Beziehung leben, können sich über klassische Geschlechter­stereotypen amüsieren. Und ganz nebenbei erfährt man auch noch so einiges über Ulrike Parthen und ihren Ehemann.

Parthen ist eine von der schnellen Sorte. „Wenn es mich packt, ist so ein Buch in vier Wochen geschrieben“, sagt sie. Daher wundert es nicht, dass bereits vier Bücher von ihr auf dem Markt sind. Daneben hat sie noch einige Mini-E-Book-Ratgeber verfasst, die sich zumeist mit Marketing-Themen befassen. Parallel schreibt sie an einem Kinderbuch für Vier- bis Sechsjährige, für das ihr Mann, der nebenberuflich als Fotograf arbeitet, die Bilder gemacht hat.

„Ich habe mich hier in Crailsheim von der ersten Sekunde an wohlgefühlt.“

Auch über Angstzustände hat Ulrike Parthen ein Buch geschrieben, „eins, bei dessen Lektüre man schmunzeln kann“. Seit 30 Jahren leidet sie unter dieser Krankheit. Doch sie lässt sich davon heute nicht mehr dominieren. „Humor in allen Lebenslagen“ ist ihr Lebensmotto. In einem Blog macht sie anderen Angstpatienten Mut, das Leben trotzt dieses Handicaps zu genießen.

Ulrike Parthen ist in Waiblingen geboren und aufgewachsen. Schon in der Grundschule kam ihre kreative Ader zum Vorschein. „Deine Fantasie hat heute wieder Purzelbäume geschlagen“, schrieb einmal ihre Lehrerin unter einen Aufsatz. „Das werte ich als Kompliment“, meint die Texterin. Nach der Schule wusste sie zunächst nicht, in welche Richtung sie sich orientieren sollte. Sie entschied sich für einen Verwaltungsberuf und ließ sich zur Stadtassistenten-Anwärterin bei der Stadt Weinstadt ausbilden. Nach der Lehrzeit war sie aufgrund ihrer Erkrankung zunächst arbeitsunfähig.

Übers Korrekurlesen von Werbetexten kam sie mit der Werbebranche in Kontakt und stellte fest, dass sie hier gut hineinpasste. Sie wurde freiberufliche Webetexterin und -lektorin. „2007 habe ich mir meinen ersten großen Traum erfüllt und eine Werbetexter-Schule besucht“, berichtet Parthen. Der zweite große Traum erfüllte sich nur ein Jahr später mit der Veröffentlichung ihres ersten Buches.

Die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte Ulrike Parthen im Großraum Stuttgart. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren lernte sie ihren heutigen Mann kennen. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie. Zehn Tage nach dem ersten Treffen zog sie zu ihm nach Crailsheim. „Ich habe mich hier von der ersten Sekunde an wohlgefühlt. Mir gefallen die Stadt und die Umgebung – und vor allem die schöne Natur.“